World of X

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Die Legende von Sasquatch

von XFilerN

Fallakte X-435-LC

Lost Creek, Colorado

„Wenn du mir noch einmal von Sasquatch erzählst, Mulder, steige ich aus diesem Auto und wandere zurück nach Washington.“ Scully ließ den Blick über die scheinbar endlosen Wälder von Colorado schweifen. Der Highway war verlassen, das Mobilfunknetz längst verschwunden, und die Sonne begann, sich hinter den ersten Bergrücken zu verstecken.

„Technisch gesehen ist Sasquatch ein kanadischer Begriff, Scully. In den USA sagt man Bigfoot. Und dieser hier? Dieser hier soll über zwei Meter groß sein, riecht angeblich nach nassem Hund und bewacht einen unterirdischen Goldschatz.“ Mulder grinste. Er liebte es, sie zu reizen.

„Ah ja. Natürlich. Der legendäre Goldhüter-Bigfoot. Du merkst, wie absurd das klingt?“

„Und doch hat der örtliche Sheriff ein Waldgebiet abgeriegelt. Zwei vermisste Jugendliche. Spuren im Schlamm. Haare, die keinem Tier zugeordnet werden konnten.“ Er zog eine vergilbte Zeitungsseite aus einer Aktentasche und hielt sie ihr unter die Nase. Mit rotem Filzstift war ein Name markiert: Lost Creek Gazette – 1967: 'Erneute Sichtung der Waldkreatur bei Mondschein.'

Scully warf einen kurzen Blick darauf und zog eine Augenbraue hoch. „Ein lokales Käseblatt aus den Sechzigern ist jetzt also deine primäre Quelle? Das erklärt einiges.“

„Damals wurde der Artikel noch von einem Ranger bestätigt. Es gab angeblich Gipsabdrücke – eine ganze Kette davon, 35 Zentimeter lang.“ Mulder tippte mit dem Finger auf die Falz der Seite. „Sie führten vom Fluss bis zu einem stillgelegten Mineneingang. Und weißt du, was man dort fand? Nichts. Keine Ausrüstung, keine Hinweise auf Menschen. Nur den Geruch von feuchter Erde und... Tier.“

Scully atmete hörbar durch. „Mulder, hast du jemals in Betracht gezogen, dass das hier einfach nur eine Mischung aus Wildnis, düsteren Legenden und menschlicher Leichtgläubigkeit ist? Zwei Teenager verirren sich im Wald – das passiert. Fußspuren? Ein Bär. Haare? Ein Hund. Eine Mine? Nun ja, Colorado ist voll davon.“

„Und was ist mit dem Geologen, der 1983 verschwand? Oder mit der Schulklasse, die angeblich Gesänge in einem unbewohnten Tal gehört hat?“

„Echos. Akustische Phänomene. Oder ein sehr gelangweilter Förster mit einer Flöte.“

Mulder lachte leise, dann wurde er wieder ernst. „Was, wenn es etwas gibt, Scully? Etwas, das wir nicht kategorisieren können? Kein Monster, kein Tier – sondern ein Überbleibsel. Ein Wächter. Etwas, das diesen Ort schützt.“

Scully drehte sich zu ihm, die Arme verschränkt. „Wenn dein Waldwächter existiert, dann möchte ich, dass er uns höflich seine Existenz bestätigt, vielleicht mit einem Handschlag und einem unterschriebenen DNA-Test.“

Er startete den Wagen, der Motor röhrte kurz auf. „Abgemacht. Aber nur, wenn du ihm nicht gleich die Waffe ins Gesicht hältst.“

„Nur, wenn er mich schief anguckt.“

Die Sonne war inzwischen fast ganz verschwunden, und mit der Dunkelheit kam ein seltsames Flackern am Rand der Baumlinien– so kurz, dass man es für eine Reflexion halten konnte.
Mulder bremste. Beide sahen hinaus.

„Was war das?“, flüsterte Scully.

Mulder lächelte. „Vielleicht war das unser Gastgeber.“


Der Sheriff – ein Mann mittleren Alters mit Schirmmütze, Sonnenbrand und der Trägheit eines Katers nach einem langen Wochenende – hatte ihnen einen winzigen Raum mit zwei klapprigen Stühlen überlassen. Das Fenster ließ sich nicht ganz schließen, der Ventilator drehte sich gemächlich und nutzlos über ihren Köpfen.

Mulder hielt die Kinderzeichnung vorsichtig gegen das Licht. „Sieh dir das an. Die Proportionen. Die Augen. Das ist keine zufällige Kritzelei – das ist Erinnerung.“

Scully musterte das Bild. „Das ist ein verängstigtes Kind mit einem wackligen Bleistift. Und vermutlich zu viel Zugang zu irgendwelchen Comics.“

„Oder zu viel Zugang zu einer Wahrheit, die die Erwachsenen zu ignorieren gelernt haben.“ Er grinste. Es war dieses leicht spöttische Mulder-Grinsen, das sie gleichzeitig nervte und – zu ihrem eigenen Missfallen – unterhielt.

„Du meinst also, es gibt einen wohlmeinenden Riesenprimaten mit moralischem Kompass und Sinn für kindliche Unschuld, der sich alle paar Jahrzehnte zeigt und ansonsten in den Wäldern auf Gold sitzt?“

Mulder zuckte die Schultern. „E.T. hatte auch Herz.“

Scully wollte kontern, aber da kam ein junger Deputy herein – mit staubiger Uniform, Kaffeefleck am Hemd und einem Ordner voller loser Blätter. „Hab noch was aus’m Archiv gefischt. Älterer Bericht. Ein Parkwächter von 1962 – behauptet, er habe 'leuchtende Augen im Unterholz' gesehen und... Moment…“ Er blätterte. „Und dass er 'von einem Geruch wie alter Käse und feuchtem Fell' ohnmächtig wurde.“

Scully blinzelte. „Feuchter Käse. Jetzt wird es ernst.“

Mulder nahm ihr das Papier ab, seine Augen leuchteten fast so sehr wie die angeblich gesichteten.
„Wenn du es genau betrachtest, haben wir es mit einem wiederkehrenden Muster zu tun: Geruch, Geräusche, verschwundene Personen – und immer wieder der Hinweis, dass niemand verletzt wurde. Fast… als ob die Kreatur absichtlich nicht tötet.“

„Oder als ob es gar keine Kreatur gibt und wir einen Mythos nähren, der sich dank ländlicher Langeweile seit Generationen hält.“

„Ein Mythos, der zur Legende wurde. Und Legenden, Scully, haben manchmal eine Wurzel in der Wahrheit.“

In diesem Moment heulte draußen ein Hund auf – langgezogen, heiser. Dann hörte man etwas, das wie ein dumpfer Schlag gegen Metall klang.

Der Deputy sah auf. „Das war hinter’m alten Stollen. Seit Tagen sagen Leute, da kämen nachts seltsame Geräusche raus.“

Mulder stand sofort. „Dann sollten wir uns das mal ansehen.“

Scully seufzte, griff aber trotzdem nach ihrer Jacke. „Ich hoffe, du bist dir sicher, dass wir keine streunenden Waschbären bei der Paarung stören.“

Mulder zwinkerte. „Wenn einer von denen über zwei Meter groß ist, hat er meinen Respekt.“


Scully hielt den Atem an und trat einen Schritt zurück. „Das riecht, als hätte jemand nassen Teppich mit Wildbret gekreuzt.“

Mulder grinste, ohne aufzusehen. „Ein weiteres starkes Indiz. Primatenartige Tiere benutzen Duftstoffe zur Reviermarkierung.“

„Oder der lokale Trapper hat seinen Waschbären-Wodka verschüttet.“

Mulder ignorierte den Kommentar und leuchtete mit seiner Taschenlampe am Boden entlang. „Siehst du das hier? Die Abstände zwischen den Fußspuren? Das ist ein gewaltiger Schritt. Kein Mensch läuft so – nicht barfuß, nicht in diesem Terrain.“

Scully runzelte die Stirn. „Oder jemand mit zu viel Freizeit und übergroßen Holzfüßen.“

„Zynismus schützt dich nicht vor der Wahrheit, Scully.“

„Aber manchmal vor Blödsinn.“

Bevor Mulder kontern konnte, knackte es im Unterholz. Beide waren sofort still. Die Geräusche waren nicht laut – ein leises Rascheln, als streifte etwas Schweres durch das feuchte Geäst.

Mulder hob langsam die Taschenlampe, der Lichtkegel zitterte leicht, obwohl seine Hand ruhig schien.

Zwischen zwei knorrigen Tannen funkelte etwas – nur einen Augenblick lang. Zwei Lichtreflexe, wie von nassem Glas. Dann waren sie verschwunden.

Scully hatte es auch gesehen. „Reflexion. Ein Tier. Ein Reh. Vielleicht ein Waschbär.“

„Ein Waschbär mit leuchtenden Augen in zwei Metern Höhe?“

Sie antwortete nicht sofort. Stattdessen trat sie vorsichtig näher ans Zelt.

Ein Stofffetzen hing lose an einem Reißverschluss, als wäre jemand panisch hinausgestürmt – oder hinausgezerrt worden. Der Boden war zertrampelt, die Abdrücke vermischten sich zu einem Muster aus Chaos und Schlamm.

„Mulder... das hier ist kein gewöhnlicher Camping-Unfall.“

„Sag das nochmal. Ich nehme es auf.“ Er zog sein Aufnahmegerät aus der Tasche und hielt es ihr grinsend hin.

Sie ignorierte ihn. Stattdessen richtete sie sich auf und sah zum dunkler werdenden Wald hinüber.
„Wir sind hier nicht allein.“

Für einen Moment herrschte absolute Stille. Kein Wind. Keine Grillen. Nur das Dröhnen des eigenen Pulses.

Dann, wie aus weiter Ferne, ein Laut – kein Schrei, kein Heulen. Etwas Tieferes. Ein kehliges Grollen, das durch den Wald kroch wie kalter Nebel.

Mulder zückte wieder das Aufnahmegerät. „Und jetzt sag mir nicht, das war ein Waschbär.“


Später, als der Wind durch die Baumwipfel raste und die beiden auf einem Felsen über Lost Creek lagerten, kam das Geräusch.

Ein heiseres, langgezogenes Brüllen, das tief durch den Wald rollte – als würde ein Felsen stöhnen, als hätte der Wald selbst plötzlich eine Stimme bekommen.

Scully fuhr hoch, die Hand instinktiv an der Waffe. „Coyoten?“, fragte sie und sah Mulder an, der den Kopf schräg legte wie ein Hund, der gerade ein neues Geräusch zu analysieren versuchte.

„Klingt eher wie Godzilla mit einer Bronchitis.“ Er grinste breit, dann sprang er auf – und war im nächsten Moment zwischen Farn und Felsen verschwunden.

„Mulder! Verdammt!“ Scully fluchte und hetzte ihm hinterher, stolperte fast über eine Wurzel, fing sich im letzten Moment. Der Waldboden war weich, federnd, aber tückisch im Halbdunkel. Ihre Taschenlampe schnitt kreisende Lichtkegel durch die dichten Schatten.

„Mulder, wenn du dir den Hals brichst, schreibe ich nicht den Bericht für Skinner!“, rief sie scharf, mehr aus Frust als aus Sorge. Obwohl – die Sorge war da. Wie immer.

Keine Antwort. Nur das Rauschen des Windes und irgendwo das entfernte Echo eines zweiten Lauts – diesmal kürzer, rauer, näher.

Dann: ein Licht. Mulders Lampe blinkte durch das Dickicht.

Scully kämpfte sich durch einen Engpass aus niedrigen Tannenästen und trat auf eine kleine Lichtung, auf der Mulder wie gebannt auf eine senkrechte Felswand starrte.

„Da war etwas“, sagte er leise, ohne sich umzudrehen.

„Bitte sag mir, du meinst nicht einen Typen in einem Gorilla-Kostüm.“

Er hob die Hand. „Siehst du die Abdrücke da oben? Kratzspuren – fast zwei Meter hoch. Und der Baum da – abgesplittert, frisch. Irgendwas ist da durch. Es war schnell. Und es hat uns gesehen.“

Scully trat neben ihn. Die Kratzspuren waren tatsächlich da, tiefe Rillen im rissigen Stein. Und der Baum... Sie berührte die Bruchstelle. Noch klebte feuchter Pflanzensaft daran.

„Oder es hat sich verlaufen und war dabei sehr unhöflich zur lokalen Flora.“

„Du machst es dir zu leicht, Scully.“

„Und du rennst dunklen Geräuschen hinterher, ohne zu wissen, ob du einem Tier folgst – oder einer Kleinstadt Legende.“

Er drehte sich endlich zu ihr um, sein Blick ernst, fast fiebrig. „Aber was, wenn es echt ist? Was, wenn dieses Ding nicht nur ein Relikt oder eine Legende ist, sondern ein Wesen mit Bewusstsein – mit Absicht?“

Scully sagte eine Weile nichts. Der Wind hatte nachgelassen. Der Wald war zu einer Wand aus dunklem Grün geworden. Nur irgendwo weit entfernt knackte ein Ast, langgezogen, wie eine Antwort.

„Dann“, sagte sie ruhig, „schlage ich vor, wir gehen ihm nicht mitten in der Nacht unbewaffnet entgegen.“

Mulder grinste. „Also doch ein Hauch Vorsicht in der Stimme der Wissenschaft.“

„Oder einfach der Wunsch, morgen früh nicht als Fußnote in deiner nächsten Verschwörungstheorie zu enden.“


Mulder hob die Taschenlampe langsam, als wolle er das Dunkel nicht verschrecken. „Hast du das gesehen?“, flüsterte er.

Scully nickte stumm. Ihre Hand ruhte auf der Waffe, doch sie zog sie nicht. Noch nicht. Der Moment war zu fragil – wie ein zu dünnes Glas, das beim kleinsten Geräusch zerbrechen würde.

„Zwei Paare Augen“, murmelte sie schließlich. „Also entweder es war ein Tier mit verdammt guter Tiefenwahrnehmung – oder wir haben es mit mehr als einem Exemplar zu tun.“

„Oder einer Familie“, sagte Mulder mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Entzücken, als hätte er gerade einen Satz in einer vergessenen Sprache verstanden.

„Mulder“, begann sie vorsichtig, „du kannst nicht davon ausgehen, dass—“

„Warte.“ Er hob die Hand.

Wieder Stille.

Die Wände des Stollens – oder was von ihnen übrig war – schienen zu zittern. Nicht von Bewegung, sondern von einer tiefen, inneren Schwingung. Als wäre in seinem Inneren eine Maschine angesprungen. Oder etwas anderes.

Scully trat näher, scannte mit der Lampe den Stollenrand. Moose, alte Nägel, ein verrostetes Warnschild, halb verwachsen: Betreten verboten – Einsturzgefahr. Unter ihren Schuhen knackten Zweige, als sie über die Schwelle trat.

„Bist du sicher, dass du—“

„Wenn da drin jemand oder etwas ist, das mit dem Verschwinden der Jugendlichen zu tun hat, will ich es sehen.“

Sie meinte es ernst. Mulder sah es ihr an und nickte.

Sie traten gemeinsam ein.

Der Geruch war sofort da – dumpf, modrig, nach feuchtem Stein und altem Tier. Der Lichtkegel ihrer Lampen tanzte über geborstene Schienen und hölzerne Träger, die aussahen, als würden sie nur durch den Willen von Pilzsporen zusammengehalten.

Nach einigen Metern entdeckten sie Kratzspuren an der Wand – breit, tief, fast regelmäßig.
„Die sind frisch“, murmelte Mulder.

Scully kniete sich hin. „Und hier – Abdrücke. Nicht menschlich. Nicht ganz tierisch. Vier Zehen. Kein erkennbarer Ballen.“

„Wie ein Übergang. Etwas zwischen Evolutionsstufe C und D.“

Sie sah ihn scharf an. „Oder ein schlecht geschnitzter Stempel von ein paar Jugendlichen mit zu viel Zeit.“

Bevor Mulder antworten konnte, veränderte sich die Luft. Kälter. Schwerer. Irgendwo tiefer im Stollen klang etwas wie ein schleifender Schritt. Oder ein Fels, der sich bewegte.

Dann wieder: ein Laut. Nicht wirklich laut. Kein Schrei. Sondern... ein Summen. Tief. Wie ein Lied, das der Berg selbst summte.

Mulder und Scully hielten gleichzeitig inne.

„Ich hab da so ein Gefühl“, sagte er.

„Das sagt mir auch gerade mein Magen.“

Sie drehten sich um. Doch hinter ihnen: nichts. Kein Licht mehr vom Eingang. Nur Dunkelheit. Und ein leises Echo.

Als Mulder erneut nach vorn leuchtete, war da eine neue Spur – Schlamm, Fußabdruck, nur teilweise sichtbar. Und daneben, ein silberner Anhänger. Halb vergraben. Er hob ihn auf.

Ein Medaillon. Aufgeklappt: zwei Gesichter. Jung. Teenager.

Scully nahm es ihm ab. „Das sind die Vermissten.“

Mulder sah wieder in die Dunkelheit. „Dann sind wir nicht mehr weit.“


Am nächsten Morgen fanden die Einheimischen die Jugendlichen – unversehrt, aber verwirrt.
Sie saßen nebeneinander auf einem umgestürzten Baumstamm, in Decken gehüllt, mit glasigen Augen und Schlamm an den Knöcheln. Ihre Stimmen zitterten nicht vor Angst – sondern vor einer Art Ehrfurcht.

„Er war groß“, sagte der Junge. „Größer als ein Mensch. Ganz zottelig. Aber... nicht böse. Er hat unsere Taschenlampen aufgehoben. Er hat auf uns gewartet.“

Das Mädchen nickte. „Er hat gesprochen. Nicht mit Worten. Aber... wir haben ihn verstanden. Als das Unwetter kam, hat er uns in eine Höhle gebracht. Da war Licht – bläuliche Steine. Und so ein Geräusch... tief, wie... Musik. Unter der Erde.“

Der örtliche Sheriff hörte schweigend zu, kaute auf einem Zahnstocher herum und sah Scully an, als würde er auf eine rationalere Erklärung hoffen. Vergeblich.

Später, als die Sonne golden durch das Blätterdach fiel und das Brummen des Waldes wieder nur Wind in den Ästen war, lehnte sich Scully an den Jeep. Sie verschränkte die Arme, sah Mulder beim Notizenmachen zu.

„Ein Wilderer? Ein Einsiedler? Vielleicht eine besonders große Bärenart, die sich ungewöhnlich verhält?“

Mulder schloss das Notizbuch. „Oder vielleicht... nur vielleicht... war es wirklich Sasquatch. Vielleicht ist er kein Monster, sondern ein Wächter. Einer, der auftaucht, wenn wir zu viel zerstören.“

Scully warf ihm einen trockenen Blick zu. „Oder wenn du zu lange im Diner-Kaffee rührst.“

Er grinste. „Du musst zugeben, das mit den leuchtenden Steinen ist neu.“

„Auch Glühwürmchen reflektieren Licht, Mulder.“

„Nicht in einer Höhle. Und nicht auf Kommando.“

Scully stieg auf der Beifahrerseite ein und lehnte sich zurück. „Na schön. Fahren Sie, Mr. Bigfoot. Aber wehe, du hältst wieder an, weil du meinst, ein Elch habe dich angesehen, als wollte er dir eine Botschaft übermitteln.“

„Versprochen.“ Er startete den Motor. „Ich weck dich erst, wenn Nessie anruft.“

Sie schloss die Augen. „Wenn Nessie anruft, nehme ich Urlaub.“

Der Wagen rollte langsam zurück auf den Highway. Hinter ihnen lag Lost Creek – mit seinen Hütten, seinen Schatten, und dem leisen Gefühl, dass jemand aus dem Wald heraus zusah. Nicht feindlich. Nur wachsam.


Fallakte X-435-LCungeklärt.

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