Gelogen (2) von Jessica Hildbold

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Vorwort

Spoiler: Alle Seelen
Ich habe mein Babygirl verloren, dessen bin ich mir sicher.



Wenn ich meiner eigenen Erklärung für die Geschehnisse in diesem letzten Fall glaube, dann habe ich sie verloren. Ich gab sie auf, in der Hoffnung, dass sie geheilt würde, dass sie eines Tages ein normales Leben führen würde, ein glückliches Leben.

Traurig durch die Gewissheit, dass ich sie nie mehr sehen, nie wieder ihre Stimme hören würde.



Aber ich habe sie gesehen und hörte ihre Stimme 'Mommy' zu mir sagen. Oder ich habe gesehen, was ich nur als ihre Seele beschreiben kann. Ich sah wie sie mir aus den Armen entrissen wurde und von mir ging, in das Licht des Nachlebens, das Licht Gottes und des ewigen Lebens. Ich ließ sie gehen. Ich habe meinen Griff nicht verstärkt oder bin ihr gefolgt, was ich, wie ich jetzt glaube, hätte tun können. Ich stand da und sah wie sie davonging.



Ich werde noch von dem Mann und der Frau von ihrem Tod erfahren, die Emily nach der 'Beerdingung' mitgenommen haben. Ich bin sicher, dass, irgendwie, die Neuigkeiten bald bevorstehen. Sie haben mir versprochen mich über Emilys Leben und ihren Tod auf dem Laufenden zu halten.



Ich starre auf die dunkle Zimmerdecke, mein Kopf in einem Kissen, wünschend dass die Skeptikerin, die Skeptikerin die ich als mich kennen gelernt habe, von dort hervor kommen würde, wo immer sie sich versteckt. Was, wenn ich Emily nie gesehen hätte? Wenn alles nur in meinem Kopf war? Ich versuche mich selbst zum denken zu zwingen. Meine Vision von Emily und dem Seraph könnte wegen meiner Schuld gekommen sein, weil ich meine Tochter aufgab, dafür dass ich mich entschied in meinem Leben zu bleiben anstatt mit ihr zu gehen. Mein Unterbewusstsein könnte mich darauf vorbereiten mit Emilys Tod umzugehen, sollte sie sterben. Oder es könnte mich auf meine Gefühle vorbereiten, sollte sie leben. Wenn sie lebt, werde ich sie dennoch verlieren als wäre sie gestorben. Möglicherweise bin ich bereit mein Leben wieder aufzunehmen. Ich kann Emily ihr Leben leben lassen und ich lebe meins. Vielleicht ist sie ja doch nicht tot.



Ich kann das Gefühl nicht abschütteln, dass diese Art Denken falsch ist. Es war nicht meine Schuld oder mein Unterbewusstsein, das die Visionen von Emily produziert hat. Es war Emily. Sie kam um mich wissen zu lassen, dass ihre Zeit gekommen war und dass sie ging. Sie kam um mich zu trösten, mir zu sagen, dass es Zeit war die Hoffnung aufzugeben, dass sie geheilt werden würde. Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, kam sie, um mir zu sagen, dass ich die Hoffnung aufgeben sollte, dass wir je wiedervereint und eine Familie sein würden. Mein kleines Mädchen, das ungeachtet der mütterlichen Liebe, die ich ihr entgegenbrachte, mich nie als ihre Mutter kannte, bis nach ihrem Tod. Ich muss mich mit der Tatsache trösten, dass sie im Himmel ist, mit der Mutter die sie großgezogen hat und die Mutter war, die sie liebte, als ich es nicht konnte. Und das auch ich eines Tages mit meiner Tochter wiedervereint sein werde.



Ich wünschte ich könnte mit Mulder darüber reden. Ich wünschte ich könnte ihm alles erzählen, was ich empfinde, warum diese Vision mich so bedrückt haben. Ich weiß, dass er dachte, ich sei über Emilys Tod hinweg, aber wenn sie nicht starb, als ich jedermann glauben machte, dass sie tat, wie hätte ich darüber hinwegkommen können?

Stattdessen mache ich mir selbst glauben, dass ich ihren Tod schwerer verarbeite, als einer von uns es ursprünglich dachte.



Er möchte für mich da sein, aber er weiß nicht wie. Ich weiß ebenso wenig, wie ich es ihm ermöglichen könnte. Unsere Rollen wurden vertauscht. Er ist der Skeptiker in diesem Fall und ich die Gläubige. Keiner von uns weiß, wie wir mit unseren neuen Rollen umgehen sollen. Wir haben beide Trost darin gefunden, so zu sein wie wir für so lange Zeit waren, dass wir vergessen haben, was es heißt in den Schuhen eines anderen zu stecken. Möglicherweise, würde er die Wahrheit kennen, obgleich ich die Wahrheit nie mit ihm teilen kann, würde er ebenfalls glauben. Nein, ich weiß er würde auch glauben.



Mein Kopf schwimmt jetzt. Ich muss all meine Gedanken fortdrängen, in den hintersten Teil meines Geistes und sie dort verschließen. Ich brauche Ruhe. Obwohl ich nicht schlafen werde, brauche ich die Pause des Nachdenkens. Eine Bestätigung über Emilys Tod wird bald genug eintreffen. Dann werde ich mich mit all diesen Emotionen beschäftigen. Dann werde ich um sie trauern. Vielleicht sogar, werde ich Mulder die Wahrheit über Emily erzählen.



Ich rolle mich auf meine Seite und lausche der Stille. Ich versuche Emilys Gesicht aus meinem Geist zu verdrängen, mit ein wenig Erfolg, als ich ein kratzendes Geräusch von der Wohnungstür vernehme. Ich nehme meine Waffe und erreiche mit Bedacht die Tür. Sie ist immer noch von innen verschlossen, aber ich bemerke einen kleinen Umschlag auf dem Boden. Den Schriftzug der Adresse 'an Special Agent Dana Scully' lesend bricht mein Herz. Das ist die Bestätigung auf die ich gewartet habe; vor der ich mich gefürchtet habe.



Ich atme tief durch und öffne den Umschlag, nehme das Stück Papier heraus.



Sehr geehrte Agent Scully,



Ungeachtet dessen, dass Sie glauben Sie wären Zeugin einer Vision von Emily in Ihrem letzten Fall geworden, muss ich dies widerlegen. Emily ist sehr lebendig und sie ist geheilt. Emily ist noch nicht ganz über den Berg, wir müssen genau auf jedes Anzeichen einer Infektion achten, aber wir alle sind zuversichtlich, dass sie schnell genesen wird. Anbei in diesem Umschlag sind einige aktuelle Fotos von Emily, zusammen mit einem Bild, das sie für Sie gemalt hat. Wenn sie etwas älter ist, werden wir ihr alles erzählen, inklusive davon, wer ihre wirklichen Eltern sind. Sie werden, auf irgendeine Weise, vielleicht Trost finden in dem Wissen, dass aufgrund des photographischen Gedächtnis', das sie von ihrem Vater geerbt hat, sie sich an Sie beide erinnern kann.



Ich lege meine Hand über meinen Mund und sinke zu Boden. Die Fotos zeigen Emily glücklich und gesund. Eines enthält eine aktuelle Zeitung, ich nehme an, damit ich weiß, dass es keine Fälschungen sind.

Mein kleines Mädchen ist am Leben. Meine Visionen waren falsch.



Mein kleines Mädchen wird leben!







Ende

Schlusswort

Lass mich wissen, was du davon hältst. Ich werde immer ziemlich nervös wegen den Sachen die ich schreibe, besonders dann, wenn mir niemand Feedback schreibt. ( teahater@hotmail.com )

Die Emily Storyline ist eine meiner liebsten und das, denke ich, aus vielen offensichtlichen Gründen. Jede Story, die ich bisher zu Akte-X geschrieben habe (was bisher noch nicht sehr viele sind) beinhaltet Emily auf irgendeine Weise. Ich sollte sagen, es beinhaltet sie nach wie vor lebendig. Ich war nicht sehr glücklich darüber, wie die Storyline in der Serie verarbeitet wurde, deshalb habe ich meine eigenen Enden dazu geschrieben. Vielen Dank nochmals, dass du die Story gelesen hast. Ich hoffe du hast Spaß gehabt!
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