Reality von XS

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Teil 15

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Eine durchdringende Dunkelheit umgab sie. Wieder. Sie befand sich in einem unendlich großen Raum, wobei sie weder Decke, noch Wände oder den Boden sehen konnte. Das alles war doch genauso, wie sie es schon einmal erlebt hatte. Sie konnte sich undeutlich daran erinnern, wie sie sich schon einmal in diesem unendlichen Raum befunden hatte. Und dann, dann hatte sich alles verändert und sie hatte sich in einem unheimlichen Labyrinth wiedergefunden. Und genau das passierte auch jetzt wieder. Dieser unendliche dunkle Raum war verschwunden und sie befand sich inmitten eines unüberschaubaren Labyrinths. Nur eine Sekunde zögerte sie, als sie sich erneut entscheiden musste, welche Richtung sie einschlagen sollte. Aber wieder begab sie sich instinktiv nach links. Beim ersten Mal war sie nicht weitergekommen, aber sie musste kämpfen. Sie musste sich anstrengen, um diesem Labyrinth zu entkommen. Wieder ging sie also unzählige Gänge entlang und lief scheinbar stundenlang weiter, ohne einen Ausgang zu finden. Aber sie fühlte, dass sie dieses Mal dem Ziel näher war, als zuvor. Auch wenn die schmaler werdenden Gänge abermals ein ungutes Gefühl in ihrer Magengegend verursachten, so war ihr doch wenigstens nicht kalt. Im Gegenteil, durch die Wärme, die sie erfüllte, fühlte sie sich geborgen und sicher. Mit der daraus resultierenden Zuversicht setzte sie ihren Weg fort, bis sie schließlich so weit gekommen war, dass sie sich durch die Gänge zwängen musste. Und wieder hatte sie das Gefühl keine Luft zu bekommen, aber es passierte nichts. Diesmal löste sich nicht alles auf sondern sie saß fest. Mit zusammengebissenen Zähnen versuchte sie sich um die nächste Ecke zu ziehen, indem sie sich mit einer Hand vorwärts zog. Sie fühlte, wie ihre Haut an einigen Stellen aufriss, aber sie wusste, dass sie es schaffen musste, dass sie es schaffen konnte. Und schließlich hatte sie die nächste Abzweigung erreicht und sie fiel auf den Boden. Der Gang war breit und die dunklen, schwarzen Wände waren verschwunden. Vor ihr lag eine Tür und sie wusste sofort, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. Ehrfürchtig streckte sie eine Hand zum Türgriff aus und öffnete vorsichtig die Tür. Kaum war die Tür vollständig aufgestoßen, flutete ein helles Licht in den vormals dunklen Raum und erhellte alles in einem weißen, warmen Licht. Sie lächelte und trat einen Schritt auf die Tür zu. Den nächsten Schritt brauchte sie nicht zu tun. Sie schien wieder zu schweben...



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Ihre Augenlider waren so unglaublich schwer. Vielleicht hatte ja jemand Gewichte daran befestigt, nur um sie daran zu hindern, ihre Augen zu öffnen. Aber gerade deswegen wollte sie nur noch mehr als zuvor ihre Augen öffnen. Aber es war so schwer. Und sie war so müde und erschöpft. Aber da war noch etwas. Ein Geräusch, das sie neugierig machte. Ein leises, kaum wahrnehmbares Wispern. Ein Flüstern, als sei ein Gespräch mehrere Kilometer vom Wind fortgetragen worden und erreichte sie jetzt gerade. Sie konnte jedoch keine Wortfetzen verstehen, nur das ständige, undeutliche Wispern. Was war das nur? Sie musste einfach ihre Augen öffnen, um zu erfahren, worum es sich handelte. Oder um wen.

Mühsam quälte sie sich ihre Augen zu öffnen. Stück für Stück. Und dann konnte sie zunächst gar nichts sehen, da sie das helle Licht blendete. Doch langsam waren einige Schemen zu erkennen, deren Umrisse immer deutlicher wurden. Das erste, was sie erblickte, war das Fußende eines Bettes. Eines Krankenhausbettes, wie sie sogleich feststellte. Und dann war sie da; die Erinnerung. Das Krankenhaus; der Arzt; Mulder, der nicht er selber war; das andere Krankenhaus; die Flucht durch den Sturz vom Dach und dann wieder Mulder, der ihr diesmal sagte, dass ihre Mutter tot sei. Sollte dies etwa das dritte Krankenhaus sein? Hatte nicht einmal der Tod sie aus diesem Wahnsinn retten können? Wenn nicht er, wer dann? Und wieso musste ihr dies alles noch einmal passieren?

Panik kam in ihr auf, als sie daran dachte, das sich dieses Szenario vielleicht für den Rest ihres Lebens wiederholen sollte.



„Scully? Dana?“



Erschrocken fuhr sie zusammen und wandte ihren Kopf nach links. Dort saß Mulder direkt neben dem Bett und hielt ihre Hand. Sie konnte sich nicht rühren. Sie war wie erstarrt. Sollte der Alptraum etwa weitergehen? Sie betrachtete ihre Arme und sah kein Anzeichen dafür, dass sie sich einen Arm gebrochen oder sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Also ging der Alptraum doch weiter. Sie wollte schreien, Mulder von sich stoßen, aber sie hatte keine Kraft. Sie lag einfach nur apathisch da und starrte auf ihre Hand, die Mulder sanft festhielt.

Sie konnte hören, wie Mulder gerade dazu ansetzte, etwas zu sagen, als die Zimmertür geöffnet wurde und jemand den Raum betrat.



„Dana, Liebling!“



Scully hob ihren Blick und erkannte Margaret Scully, die jetzt, ohne Mulder eines Blickes zu würdigen, auf Dana zukam, um ihre verloren geglaubte Tochter in die Arme schließen zu können.

Scully hatte sich ein wenig aufgerichtet, so dass Margaret sie jetzt umarmte und sie dabei in eine sitzende Position zog. Sie drückte Scully so sehr an sich, als wolle sie sie nie wieder loslassen.

Scully war einerseits glücklich, dass ihre Mutter tatsächlich lebte und nicht wieder als tot galt. Aber dennoch war sie noch skeptisch, ob das alles trotzdem der Realität entsprach. Sie hatte schließlich auch zuvor angenommen, dass alles in Ordnung war. So blieben auch jetzt Zweifel zurück, bis...

...bis sie plötzlich etwas bemerkte, das sie mit einem Mal von all ihren Zweifeln befreite. Die Person, die sie da gerade so stürmisch umarmte, roch nach ihrer Mutter. Dieser vertraute Geruch, der sie stets an ihre Kindheit erinnerte, an Weihnachten, an damals, als noch alles in Ordnung war, ließ sie mit einem Schlag erkennen, dass dies die Realität sein musste, dass man so etwas auf keine Art und Weise vortäuschen konnte.

Sie erwiderte den Druck und flüsterte leise „Mum?“, als wollte sie sich vergewissern, dass es tatsächlich ihre Mutter war. Denn sprach sie es aus, so wurde es wirklicher. Mit der Erkenntnis, dass dies die Realität war und sie es tatsächlich geschafft hatte, dem Labyrinth zu entkommen, kamen auch die Tränen. Tränen der Erleichterung, die die ganze Anspannung der letzten Ereignisse wegspülten.



„Es ist in Ordnung, Dana. Ich bin hier. Es ist alles okay.“



Fürsorglich strich Margaret Dana über das Haar und versuchte sie zu beruhigen. Aber auch sie konnte den Tränen nicht länger Einhalt gebieten. Ein leises Schluchzen war zu hören, während sie sich festhielten und alles um sich herum vergaßen. So bemerkten sie es auch nicht, als Mulder leise aufstand und den Raum verließ, da er es für angemessen empfand, Mutter und Tochter alleine zu lassen.



„Mum, du bist es wirklich!“



Margaret drückte ihre Tochter noch fester an sich, soweit es möglich war, ohne sie zu verletzen.



„Ja, Dana. Ich bin es wirklich.“



Sie wusste nicht, warum sie es nicht sein sollte, aber sie hatte nicht die geringste Ahnung, was mit ihrer Tochter passiert war und zu diesem Zeitpunkt wollte sie auch nicht fragen. Sie wusste, dass es jetzt wichtig war, dass Dana sich erst einmal wieder erholte. Dann konnten sie immer noch über das reden, was passiert war, sobald Dana dazu bereit war.







Mulder hatte sich inzwischen draußen auf einem der Krankenhausstühle, die in den Fluren vor den Krankenzimmern standen, niedergelassen. Wieder einmal bemerkte er, wie ungemütlich diese waren und wieder interessierte es ihn eigentlich nicht im Geringsten. Wie oft hatte er schon in so einem Krankenhaus gesessen und hatte gewartet? Unendliche Stunden in diesen kahlen, kalten, den-tod-ausströmenden Gängen verbracht? Aber bisher hatten sie es noch immer geschafft. Scully war schon so oft nur sehr knapp dem Tode entronnen, so dass er jedes Mal befürchtete, dass es nun vorbei sei. Dass ihr und sein Glück jetzt enden würde. Dass er einfach alleine zurückbleiben würde und er nicht das Geringste dagegen ausrichten konnte. Keine Hinrichtung der Verantwortlichen würde sie dann zurückbringen. Und dieser Gedanke hatte ihn in der Zeit, in der es ungewiss um Scully stand, nächtelang wach gehalten und er hatte sich gewünscht, sich jemandem anvertrauen zu können. Und der einzige Mensch wäre Scully selber gewesen.

Aber jetzt überwog die Erleichterung, dass er sie wohlbehalten wieder hatte. Sie war wieder aufgewacht und würde sich innerhalb einiger Tage wieder erholen. Das war jetzt das einzige, was zählte.



„Fox?“



Er hatte nicht einmal bemerkt, wie sich Scullys Zimmertür geöffnet hatte und Margaret herausgetreten war. Mulder stand auf und drehte sich zu ihr um.



„Sie möchte Sie sehen.“



Mulder nickte dankbar und betrat dann das Krankenzimmer, dicht gefolgt von Margaret Scully. Scully saß noch immer aufrecht im Bett, nun jedoch die Rückenlehne als Stütze gebrauchend und lächelte ihm zu.



„Hi.“



„Hi.“



Ein Grinsen breitete sich auf Mulders Gesicht aus. Das erste nach mindestens einer Woche. *Na, das war ja mal eine tolle Begrüßung.* Mulder setzte sich auf die Bettkante und nahm wieder ihre Hand in seine.



„Schön, dass es Ihnen wieder besser geht. Sie wissen ja gar nicht, was Sie uns für eine Heidenangst eingejagt haben.“



Scully nickte dazu nur. Sie konnte sich das sehr wohl vorstellen. Sie konnte sich noch genau an die Panik erinnern, die sie empfunden hatte, als sie wiederholt bemerkte, dass sie in einem Labyrinth, in einem merkwürdigen Wunderland gefangen war, in dem niemand war, so wie er sein sollte. Aber von diesen Ereignissen musste sie jetzt erst einmal Abstand gewinnen.



„Mulder, könnten Sie vielleicht den Arzt fragen, ob ich schon entlassen werden kann?“



Margaret warf zuerst Dana und dann Mulder einen verstörten Blick zu. Scully hatte ihre Mutter offensichtlich nicht von dieser Idee unterrichtet.



„Dana, du musst dich noch ausruhen. Du darfst kein Risiko eingehen. Schließlich bist du gerade erst wieder aufgewacht.“



Mulder konnte deutlich die Sorge in Margarets Stimme hören und auch er war der Meinung, dass Scully noch nicht das Krankenhaus verlassen sollte.



„Ich finde Ihre Mutter hat recht. Sie waren immerhin eine Woche verschwunden und sind dann schließlich in einer heruntergekommenen Gegend von einem Obdachlosen gefunden worden. Sie sollten das nicht auf die leichte Schulter nehmen.“



„Ich fühle mich wirklich dazu in der Lage, nach Hause zu gehen und mich dort ins Bett zu legen. Ich sage ja nicht, dass ich gleich wieder arbeiten werde...“



Mit durchdringendem Blick sah Scully von Mulder zu ihrer Mutter und dann wieder zu Mulder.



„...ich denke ich kann das sehr gut beurteilen, schließlich bin ich die Ärztin.“



Obwohl Scully ihn schon einige Male mit diesem letzten Argument hatte überzeugen können, so gelang es ihr dieses Mal nicht.



„Trotzdem sollten Sie dieses Mal auf ihre Mutter und mich hören. Und natürlich auf ihren Arzt.“



Scully sah ihn noch durchdringender an und beugte sich zu ihm herüber.



„Mulder, bitte. Ich möchte nicht ohne Grund aus diesem Krankenhaus heraus.“



Mulder sah sie einen Moment lang an und las in ihrem Gesicht. Es schien ihr wirklich ernst zu sein. Da war etwas, das ihr Angst machte. Und dies lag offensichtlich am Krankenhaus. Mulder wusste instinktiv, dass es mit ihrem Verschwinden und dem was in dieser Woche mit ihr geschehen war, zu tun hatte.

Auch Margaret hatte dies offensichtlich erkannt, denn als Mulder sich umdrehte, um mit dem Arzt zu sprechen, da sah er keinen Widerspruch in ihrem Gesicht sondern Zustimmung, wenn auch einige Zweifel blieben.

Kaum hatte Mulder den Raum verlassen, so versuchte Margaret erneut auf Scully einzureden.



„Dana, bist du dir auch ganz sicher? Vielleicht solltest du noch ein oder zwei Tage im Krankenhaus bleiben, damit du wieder zu Kräften kommst. Du bist schließlich vor nicht einmal fünf Stunden gefunden worden!“



Margaret nahm die Hände ihrer Tochter in ihre und setzte sich neben sie auf das Bett.



„Mum, ich mache dies nicht, weil ich mich etwa stark genug fühle, gleich wieder zu arbeiten, falls du das meinst. Es ist einfach nur das Krankenhaus. Es erinnert mich zu sehr an das, was passiert ist.“



„Du meinst, du warst die letzte Woche in einem Krankenhaus gefangen?“



Dana schüttelte den Kopf.



„Ich kann dir das nicht erklären, Mum. Ich kann es mir ja nicht einmal selber erklären. Ich muss mir erst einmal selber darüber klar werden, was genau passiert ist. Und dafür brauche ich einfach erst einmal Abstand. Besonders von diesem Krankenhaus.“



Dana sah ihre Mutter an und hoffte, dass sie sie verstehen würde. Sie wusste, dass es schwierig war. Sie verstand es ja selber kaum, aber bisher hatte ihre Mutter sie immer verstanden, wenn es darauf ankam.



„In Ordnung, Dana. Ich denke ich kann das akzeptieren. Ich verstehe es zwar nicht vollkommen, aber ich kann es akzeptieren. Du musst mir nur versprechen, dass du dich dann aber schonst und nicht sofort wieder arbeiten wirst.“



„Genau das werden Sie mir auch versprechen müssen.“



Lächelnd trat Scullys Arzt ein, dicht gefolgt von Mulder.



„Agent Mulder hat mich gerade von Ihrem Wunsch unterrichtet, das Krankenhaus früher zu verlassen.“



Scully nickte zustimmend.



Der Arzt kam auf Scully zu und streckte ihr dann die Hand hin.



„Hallo, ich bin Dr. John.“



Dann warf er einen Blick auf das Krankenblatt, das er in der Hand hielt und fuhr fort.



„Da Sie selber Ärztin sind, denke ich, brauche ich Sie nicht darüber aufzuklären, welches Risiko Sie damit eingehen.“



„Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren“, nickte Scully.



„Also gut. Auch wenn ich sagen muss, dass ich das nicht befürworte und Sie mir dieses Dokument unterzeichnen müssen, das bestätigt, dass sie über die Risiken aufgeklärt worden sind und Sie trotzdem auf eigenen Wunsch, entlassen werden.“



Der Arzt reichte Scully ein Dokument samt Unterlage und einem Stift. Während Scully kurz überflog, was in dem Dokument stand, setzte Dr. John seine Erklärungen fort.



„Es ist zwar eigentlich nicht meine Aufgabe, Ihnen das vorzuschlagen, aber vielleicht sollten Sie sich überlegen, nicht alleine zu Hause zu bleiben. Ich denke, dass Sie sich schonen sollten und in Anbetracht der Umstände, dass sie vermutlich noch sehr unsicher auf den Beinen sind, sollten Sie kein Risiko eingehen. Wenn Sie etwas brauchen, dann sollten Sie sich nicht ständig selber um alles kümmern müssen, wenn Sie eigentlich strengste Bettruhe brauchten. Und das gilt für die nächsten Tage.“



Scully hatte dem Arzt nur mit halbem Ohr zugehört, während sie das Dokument überflog, das ohnehin nur standardmäßige Erklärungen enthielt, bevor sie ihre Unterschrift darunter setzte.



„Ich werde mich um dich kümmern, Dana. Auch wenn ich dann Bill absagen muss, aber das wird er sicherlich verstehen. Vielleicht findet er dann ja sogar Zeit, kurz vorbeizuschauen.“



Scully reichte dem Arzt die Unterlagen, der sich dann lächelnd verabschiedete. Dann sah Scully zu ihrer Mutter, die sie liebevoll ansah.



„Mum, du musst das nicht tun. Du siehst Bill doch kaum noch. Du solltest wirklich zu ihm fahren.“



„Aber du hast doch gehört, was Dr. John gesagt hat. Du musst dich schonen.“



„Glaub’ mir, das werde ich. Außerdem musst du doch Bill erzählen, dass es seiner kleinen Schwester wieder gut geht.“



„Aber...“



„Wenn ich mich da vielleicht mal einmischen darf?“, unterbrach Mulder lächelnd.



Margaret und Scully wandten ihre Blicke zu ihm und sahen ihn erwartungsvoll an.



„Es gibt immer noch die Möglichkeit, dass Sie, Mrs. Scully, zu ihrem Sohn fahren und ich mich in der Zeit um ihre Tochter kümmere. So wären doch beide Probleme gelöst, oder?“



Einen Augenblick schienen beide darüber nachzudenken. Scully wollte eigentlich nicht, dass sich überhaupt jemand um sie kümmerte, aber da ihre Mutter und auch Mulder ja doch nicht locker lassen würden, wäre es leichter, einfach nachzugeben. So nickte sie also zustimmend, während Margaret noch immer einen Einwand zu haben schien.



„Sie kennen doch meine Dana. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kann sie niemand davon abbringen. Ich weiß, dass Sie sich gegen Dana durchsetzen können, aber ich denke auch, dass sie hier ihren eigenen Kopf durchsetzen möchte.“



„Mum!“, empörte sich Scully lautstark.



„Glauben Sie mir, ich werde das schon in den Griff bekommen“, schmunzelte Mulder.



Schließlich gab Margaret sich geschlagen. Sie wusste, dass Scully bei ihm in sicheren Händen war und er sich auch, wenn nötig, durchzusetzen vermochte.



Gemeinsam verließen die das Krankenhaus, Scully auf Mulder gestützt. Sie hatte sich zwar zunächst dagegen wehren wollen, aber als sie sich aufrecht hingestellt hatte, da hatte sie sich am Bett abstützen müssen, da plötzlich alles vor ihren Augen verschwamm. So hielt Mulder sie jetzt mit festen aber sanften Griff und führte sie aus dem Krankenhaus heraus. Margaret begleitete sie und redete noch immer auf Scully ein.



„Dana, bitte schone dich! Ich kenne dich zu gut. Versprich mir, dass du Fox sogar bittest, dir ein Glas Wasser zu holen, wenn du Durst hast.“



„Mum. Bitte. Ich werde schon auf mich Acht geben. Und Mulder sicherlich auch.“



Doch Margaret seufzte nur und redete dann nach einer Pause auf Mulder ein, um ihn davon zu überzeugen, dass er ihre Dana nichts alleine machen ließ. Mulder versicherte dies, so oft es ihm möglich war und versuchte Margaret zu beruhigen.

Erst als sich ihre Wege vor dem Ausgang des Krankenhauses trennten, machte Margaret noch einmal eine lange Pause, in der sie Dana ernst ansah.



„Ich möchte doch nur nicht noch eine Tochter verlieren“, sagte sie dann leise und mit Tränen in den Augen.



Scully löste sich von Mulders Griff und schlang ihre Arme um den Hals ihrer Mutter.



„Mum, ich werde gut auf mich Acht geben. Glaub’ mir.“



Als sie sich wieder voneinander lösten, sah Scully ihre Mutter an und fügte dann mit Tränen in den Augen aber lächelnd hinzu: „So leicht wird man mich nicht los“.



Margaret umarmte ihre Tochter noch einmal kurz, dankte Mulder für seine Hilfe und umarmte ihn zu seiner Überraschung ebenfalls, bevor sie sich verabschiedete und sich zu ihrem Wagen umwandte.



Langsam begab sich dann auch Scully, von ihrem Partner gestützt, zu dessen Auto. Scully hatte zwar nicht zugeben wollen, wie anstrengend sie diese wenigen Minuten empfunden hatte, aber als sie sich schließlich in dem angenehmen Sitz niederließ, seufzte sie erleichtert auf.

Auf der Fahrt zu ihrem Appartement merkte sie dann, wie sehr die Strapazen der letzen Tage sie mitgenommen hatten, als ihr schließlich die Augen zufielen und sie sich in den Sitz sinken ließ.
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