Reality von XS

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Teil 13

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Mit pfeifendem Atem und nach Luft schnappend stand er schließlich vor einer Telefonzelle. Die Scheiben waren eingeschlagen und es wäre lachhaft gewesen, hätte ein Telefonbuch darin existiert. Jim keuchte noch immer und betrat voller Sorge die Zelle. Der Lauf hatte ihn mindestens fünf Minuten gekostet und falls diese Telefonzelle jetzt demoliert wäre, müsste er noch einen Lauf, der nicht weniger Zeit in Anspruch nähme, über sich ergehen lassen, wollte er die Belohnung einheimsen.

Jim betrachtete das Kabel, das den Hörer mit dem Gehäuse verband und stellte erleichtert fest, das es noch intakt war. Und als er ein Ohr an die Hörmuschel hielt hörte er das stumpfsinnige Tuten des Freizeichens. Erst jetzt atmete er auf. Mit zitternden Fingern tippte er die Nummer der Auskunft ein.



„Guten Abend. Was kann ich für Sie tun?“, meldete sich eine höfliche aber kühle Frauenstimme.



„Können Sie mich mit der Nummer...“, Jim hob die Zeitung vor seine Augen und las die Nummer ab, die dort unter der Anzeige der vermissten Frau abgedruckt war. „... 555-378594-21 verbinden?... und könnten Sie das bitte als R-Gespräch anmelden?“



„Sicher. Welchen Namen und Grund soll ich dem anderen Teilnehmer mitteilen?“



„Sagen Sie einfach, ich habe Informationen über die verschwundene FBI-Agentin, die er sucht.“



„In Ordnung. Einen Augenblick, bitte.“



Ein Knacken in der Leitung und dann war da nur Stille. Jim atmete erleichtert auf. Er war ganz schön nervös. Seine Hände zitterten noch mehr und waren mit einer Schweißschicht überzogen, die es ihm erschwerte, den Telefonhörer in der Hand zu behalten. Er hoffte, dass sein Gespräch angenommen werden würde. Einige Sekunden verstrichen, bis ein weiteres Knacken in der Leitung ertönte.



„Der Teilnehmer hat dem R-Gespräch zugestimmt. Einen Augenblick, bitte, ich verbinde.“



Noch ein Knacken und dann ein Rauschen in der Leitung, das durch eine Stimme unterbrochen wurde.



„Wer sind Sie und welche Informationen haben Sie?“



Die Stimme klang ungeduldig, schroff, einschüchternd, hoffnungsvoll und ängstlich zugleich. Aber Jim ließ sich nicht beunruhigen.



„Sagen Sie mir zuerst Ihren Namen!“



Er wollte sichergehen, dass er auch die Person erreicht hatte, der für die Belohnung zuständig war.



„Mein Name ist Mulder. Special Agent Mulder vom FBI. Also, haben Sie jetzt irgendwelche Informationen für mich?“



Jetzt klang die Stimme nur noch gereizt und enttäuscht. Aber Jim wusste, dass er die richtige Person erreicht hatte und das ließ ihn alles andere, was in der Stimme lag, verdrängen. Er hatte den Namen Mulder in dem Artikel gelesen. Er war der Partner der FBI-Agentin.



„Ich habe ihre Partnerin gefunden. Sie lebt noch.“



Er hörte ein scharfes Einatmen am anderen Ende der Leitung und malte sich den verblüfften Ausdruck auf dem Gesicht des Agenten aus.

Mulder allerdings war nicht so sehr verblüfft als wütend, da er damit rechnete nur wieder einen Scherzkeks am anderen Ende der Leitung zu haben, der es auf die Belohnung abgesehen hatte.



„Wo?“, fragte er einfach.



„Hören Sie, Mister. Ich sage Ihnen wo, wenn Sie mir versprechen, dass ich auch die Belohnung, von der in der Zeitung gesprochen wurde, bekomme.“



„Sie bekommen die Belohnung, sobald wir bei Ihnen eintreffen“, versprach Mulder widerwillig und seine Hoffnung sank einmal mehr ins Bodenlose.



„Okay. Sie sollten aber einen Krankenwagen mitschicken. Ihr geht es nicht besonders gut, fürchte ich... Jedenfalls ist sie jetzt in der Nähe der achten Straße. Sie müssen in die Smith-Lane einbiegen. Dann führt eine kleine Gasse, ich glaube sie hat nicht einmal einen Namen, nach rechts. Ziemlich dunkle Gegend. Von dieser Gasse wiederum zweigt ein Weg ab, der zwischen zwei alten Fabrikgebäuden entlang führt. Dort ist sie jetzt. Wenn Sie möchten kann ich an der Smith-Lane warten, von dort rufe ich nämlich gerade an... Mister?“



„Okay, wir sind gleich bei Ihnen. Bleiben Sie einfach an der Telefonzelle, Mr...“



„Jim. Einfach Jim!“



„Okay, Jim. Bleiben Sie einfach da... Und danke.“



Dann hörte Jim nur noch ein Klicken in der Leitung, gefolgt von einem weiteren Tuten, das ihm sagte, dass die Verbindung unterbrochen worden war.
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