Reality von XS

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Teil 11

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Ein Körper lag auf einem Bett in einem blendend hellen Raum. Weißes Licht schien aus allen Ecken zu strahlen. Der Körper wirkte blass und leblos..., wenn da nicht das ständige Piepen der Geräte gewesen wäre, an die dieser Körper angeschlossen war. Viele medizinische Geräte waren darunter, aber einige davon hätte auch sicher kein Arzt identifizieren können. Und dann das offensichtliche. Dieser schlaffe Körper trug eine „VR-Brille“. Virtual Reality. Aber es schien nicht so, dass es sich um ein Spiel oder ähnliches handelte sondern irgend etwas schien nicht so wie geplant abzulaufen. Eines der Geräte gab erschreckende und alarmierende Töne von sich, die an die Notaufnahme eines Krankenhauses erinnerten. Und tatsächlich: ein Arzt beugte sich über den Körper und entfernte gerade die VR-Brille vom Kopf der Person, die dort lag.

Rotes Haar kam zum Vorschein, das die sanften Gesichtszüge umrahmte und von purem Leben erzählte. Doch nachdem der Arzt die Brille entfernt hatte, kamen andere Personen, Ärzte, Schwestern, herbeigeeilt, die sich um das Bett drängten, weitere Apparate und Tische um das Bett reihten und keinen weiteren Blick auf die Person, die dort lag, freiließen.

Worte, Bezeichnungen, kurze Befehle flogen wirr durch den Raum, so dass sie ein heilloses Durcheinander anrichten sollten, aber jeder der anwesenden Personen schien zu wissen, was er oder sie zu tun hatte.



„Blutdruck ist runter auf...“

„Schwacher Puls, noch stabil...“

„Atem geht flach und unregelmäßig...“

„100 ml Epinephrin...“

„Eine Ampulle...“



Hektisch wurden einige Mittel in den bewusstlosen Patienten gejagt und ständig der Zustand durchgegeben. So ging es einige Minuten, in denen nicht eine Ruhepause eingelegt wurde, bis schließlich...



„Ihr Zustand hat sich stabilisiert. Sie ist noch bewusstlos, aber Atmung, Puls, Blutdruck sind im sicheren Bereich...“



Wie auf ein Zeichen hin, verschwanden alle Schwestern und Ärzte aus dem Raum, genauso schnell, wie sie auch aufgetaucht waren. Nur zwei Gestalten blieben zurück. Auch sie trugen sterile Kleidung, allerdings hatten sie bei den ganzen Notmaßnahmen zuvor nicht einen Finger gerührt. Sie hatten nur mit angsterfülltem Blick zugesehen, was da geschah. Einer von ihnen hatte der Patientin zu Beginn die Brille abgenommen, welche jetzt unbeachtet auf einem der vielen Tische lag.

Und genau dieser Arzt, wenn er denn einer war, begann jetzt damit, alle Elektroden und Schläuche von dem Körper zu entfernen. Nach einigem Zögern half ihm der zweite anwesende Arzt. Obwohl er sich seiner Zweifel Luft machte.



„Denken Sie wirklich, wir sollten alles aufgeben? Wir haben schon zuviel Geld investiert...“



„Das Risiko ist zu groß, vielleicht stirbt sie das nächste Mal... Außerdem kann sie sich an alles erinnern, was vorher geschehen ist. Das Serum funktioniert noch nicht einwandfrei.“



„Dann müssen Sie das beheben!“



„Ja, aber danach benötigen wir ein anderes Versuchsobjekt. Sie ist zu stark. Es hat schon zu Beginn zu lange gedauert, bis wir sie manipulieren konnten und auch da haben wir zwei Versuche benötigt.“



„Also gut. Aber das ist Ihre letzte Chance.“



Jetzt hatten sie alles entfernt, was den Körper mit den elektronischen Geräten verbunden hatte. Sie warfen noch einen flüchtigen Blick auf die Person und verließen dann schweigend den Raum.
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