How Things could have turned out after "Fire" von Sonja K

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Es war ein ganz normaler Arbeitstag für Dana Scully gewesen, mit einem Unterschied: Mulder war nicht da gewesen. Erst hatte sich Scully nicht besonders gewundert, aber als er auch am Nachmittag nicht gekommen war, hatte sie leicht beunruhigt versucht, ihn über sein Handy zu erreichen. Er war nicht drangegangen. Nun stand sie vor seiner Tür, denn sie hatten schon vor einigen Tagen vereinbart, daß sie heute abend zusammen essen würden. Scully war irgendwie aufgeregt, denn sie hatte das Gefühl, daß dieses Essen etwas wichtiges war, daß heute etwas einschneidendes in ihrer Beziehung passieren würde. Einerseits freute sie sich darauf, aber andererseits hatte sie auch Angst. Was, wenn er ihr ein für allemal sagen würde, daß sie Freunde bleiben würden? Was, wenn er ihr seine Freundin vorstellen würde? Was, wenn...? Scully zwang sich zur Ruhe. Wahrscheinlich waren ihre Überlegungen purer Unsinn, und sie würden einfach ganz normal zusammen essen, wie sie es schon viele Male getan hatten. Aber was wäre, wenn nicht?
Scully klopfte an die Tür und hoffte, Mulder würde da sein. Das fehlte ihr gerade noch, von ihm versetzt zu werden. Wo sie doch sowieso schon lauter unsinnige Gedanken und Hoffnungen in dieses Treffen projizierte.
„Moira?" hörte sie die Stimme ihres Partners von drinnen. Sie spürte, wie ein scharfer Schmerz ihr Herz durchzuckte. Das war etwas, womit sie nicht gerechnet hatte: Daß er eine andere Frau erwartete. Sie nahm sich zusammen und öffnete die Tür. „Nein, ich bin's." „Scully, schön, daß Sie da sind." Seine Freude klang ehrlich. Trotzdem konnte sie sich eine Spitze nicht verkneifen: „Ich hatte eher den Eindruck, daß Sie jemand anderen erwarten." „Wieso?" „Weil ich zufällig nicht Moira heiße." Er verstand. „Das ist nicht das, was Sie jetzt vielleicht denken. Ich habe Moira erst gestern kennen gelernt. Sie ist noch ein Mädchen, vielleicht 18 Jahre alt." „Das würde ich allerdings nicht mehr als Mädchen bezeichnen, sondern schon als junge Frau." „Wenn Sie sie gesehen hätten, würden Sie nicht so denken. Sie ist noch ein Mädchen. Sie kam gestern abend mit ihrer Schwester her. Jedenfalls sagt sie, daß die Kleine ihre Schwester ist. Dann hat sie gesagt, daß sie von einem Mann verfolgt worden seien, und sie wollte wissen, ob ich ihnen helfen würde. Ich hatte den Eindruck, daß sie irgendwo ausgerissen sind, also habe ich sie über Nacht hier behalten. Als ich aber sagte, sie solle sich zu Hause melden oder hier irgend jemanden informieren, da hat sie gesagt, ich solle mich zum Teufel scheren und ist abgehauen. Die Kleine hat sie einfach hier gelassen. Sie sagt nicht ein Wort, weint nur die ganze Zeit, und ich hoffe, daß Moira wiederkommt und sie abholt. Sie heißt übrigens Vivienne." Diese Geschichte klang so unglaubwürdig, daß Scully, wenn sie sie im Dienst gehört hätte, kein Wort geglaubt hätte. Aber das hier war Mulder, und der würde sie nicht anlügen. Also folgte sie ihm ins Wohnzimmer, wo ein dunkelhaariges Mädchen auf der Couch saß und stumm vor sich hin weinte. Jeden anderen Mann, in dessen Wohnung sie ein Kind in diesem Zustand gefunden hätte, hätte sie sofort festgenommen. Aber Mulder war über jeden Verdacht in dieser Richtung erhaben. Scully setzte sich neben dem Kind auf die Couch und fragte behutsam: „Mulder hat mir erzählt, daß Du Vivienne heißt. Weißt Du, wo der Name herkommt?" Nicht gerade originell, aber irgendwie mußte sie ja anfangen. Es war sowieso egal, denn das Kind machte keine Anstalten, die Frage zu beantworten. Scully musterte das Mädchen genauer. Es mußte etwa sieben Jahre alt sein, und es war ziemlich hübsch: Das Kind hatte dunkle lange Locken und graubraune Augen. Es hatte eine Stupsnase und zarte Sommersprossen.
Mulder kam aus der Küche, wo er Kakao gemacht hatte, und reichte dem Mädchen eine Tasse. Es trank einen Schluck, schwieg aber noch immer.
„So ist sie schon, seit Moira weg ist. Ich dachte, sie könnte mir vielleicht sagen, wo ihre Schwester sein könnte, aber sie spricht kein Wort." „Vivienne," wandte sich Scully wieder an das Kind. „Weißt Du, wo Moira ist?" „Nein." Nur das eine Wort, und sie hatte es so leise gesagt, daß es nicht aufgefallen wäre, wenn sie nicht darauf gewartet hätten. Scully setzte behutsam nach: „Bist Du nicht wütend auf Moira, weil sie Dich allein gelassen hat? Schließlich ist sie Deine Schwester." „Nein." „Du bist nicht wütend?" „Ich hab keine Schwester." „Moira ist also nicht Deine Schwester? Wer ist sie dann?" „Ich weiß es nicht." „Weißt Du, wo Du bist?" „Bei Mr. Mulder." „Wer hat Dir denn gesagt, wer Mr. Mulder ist?" „Er arbeitet beim FBI. Dort ist es groß und dunkel." „Wo wir arbeiten, ist es wirklich dunkel. Woher weißt Du das?" „In London ist es auch oft dunkel." „In London? Kommst Du aus London?" „Ja. Da gibt es auch ein FBI. Das FBI in London heißt Scotland Yard." „Warst Du schon mal dort?" „Ja, oft. Da ist es nicht dunkel." „Ich war noch nie dort. Erzählst Du mir davon?" „Ja. Es ist groß und hell. Ich darf bei der Frau am Schreibtisch malen, aber jetzt nicht mehr." „Warum darfst Du das jetzt nicht mehr?" „Weil mich Moira weggebracht hat." „Wer hat Moira gesagt, daß sie Dich wegbringen soll?" „Phoebe."
Das Wort hing im Raum wie ein eisiger Hauch. Jeder der Agenten verband eigene Gefühle mit der Frau dieses Namens, aber angenehm waren sie in keinem Fall. Scully faßte sich als erste. „Du kennst Phoebe Green?" „Ja." Mulder brachte noch immer kein Wort hervor, denn für seine Jugendliebe empfand er nur noch Verachtung. Sie hatte mit ihm gespielt, und sie hatte, was noch viel schlimmer war, mit Scully gespielt. Und jetzt spielte sie wieder mit ihm. „Ich werde sie anrufen und fragen, was das soll." sagte er schließlich bestimmt.
Scully gab zu bedenken: „Wenn Sie das tun, kann sie Ihnen wieder Lügen auftischen. Wir sollten erst herausfinden, was das Kind mit Scotland Yard zu tun hat und warum es hier ist." „Sie haben recht. Da es offensichtlich ist, daß Moira nicht wiederkommen wird, müssen wir Vivienne melden, damit sie nicht gesucht wird." „Okay, das kann ich tun. Und dann werde ich nach Hause gehen und schlafen. Morgen früh haben wir einen Termin bei Skinner." Damit verabschiedete sie sich von Vivienne und verließ Mulders Apartment. Es tat ihr weh, ihn so zurückzulassen, aber sie wußte keine andere Möglichkeit, denn durch das neuerliche Auftauchen Phoebes war eine Wunde in ihr wieder aufgerissen, von der sie geglaubt hatte, sie sei verschwunden. Es hatte sie verletzt zu sehen, daß es eine Frau gab, die mit Mulder eine Beziehung gehabt hatte. Das zeigte ihr, daß es nicht an Mulder lag, wenn zwischen ihnen nichts passierte. Es lag daran, daß er nicht wollte. Das war es, was wirklich schmerzte.

Als Scully am nächsten Morgen ins Büro kam, war Mulder schon da. Er hatte Vivienne mitgebracht, da er sie nicht hatte allein lassen wollen. Scully begrüßte das Mädchen freundlich und war etwas erstaunt, als Mulder sie bat, mit ihm in den Flur zu kommen. „Was ist?" wollte sie wissen. „Ich habe heute nacht etwas erfahren, das mich ziemlich verwirrt hat. Anscheinend ist Vivienne Phoebes Tochter." „Sie ist was? Mulder, Phoebe Green hat keine Tochter, das würden Sie doch wissen, oder nicht? Sie kennen Sie doch schon lange. Sie hat bei ihrem Besuch hier in Washington mit keinem Wort erwähnt, daß sie eine Tochter hat." „Das ist es ja eben. Wenn sie es erwähnt hätte, hätte ich ihr nicht geglaubt, denn ich hätte es für eines ihrer üblichen Spielchen gehalten. Aber jetzt, wo die Kleine hier ist, bin ich geneigt, es zu glauben. Ich glaube nicht, daß das Kind so durchtrieben ist, daß es mir eine solche Lüge auftischt. Vor allem, woher sollte sie sonst Phoebe kennen?" Darauf wußte Scully keine Antwort. Sie schwieg also und sah ihren Partner fragend an. „Und was wollen Sie jetzt tun?" Sie schämte sich noch immer für ihre Gedanken von gestern abend. Mulder war ihr Partner, und wenn er Hilfe brauchte, dann würde sie für ihn da sein, ganz egal, was sie für ihn fühlte, und ganz egal, was er nicht für sie fühlte. „Ich weiß es nicht. Ich werde wohl Phoebe anrufen und ihr sagen, daß sie ihr Kind abholen soll." Das war nicht gerade das, was Scully gewollt hatte: Daß er wieder mit dieser Frau sprach. Aber sie sah ein, daß es keine andere Möglichkeit gab. Aber zuerst mußten sie zu Skinner, denn der AD wartete nicht gern.

Das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten war erstaunlich gut verlaufen, weil Mulder sich zurückgehalten hatte. Auch Skinner war heute nicht auf eine Konfrontation aus gewesen, also hatten die Agenten ihren Bericht abgeliefert, ein paar letzte Fragen beantwortet und waren wieder gegangen. Als sie zurück in ihrem Büro waren, wo Bette, eine Mulder wohlgesonnene Sekretärin, auf das Kind aufgepaßt hatte, klingelte das Telefon. Mulder nahm den Hörer ab. „Hallo, Fox. Ich hoffe, ich störe nicht, aber da Du im Büro bist, wo die einzige Frau in Deiner Nähe Deine kalte Partnerin ist, dürfte das wohl kaum der Fall sein. Ich wollte Dir nur Bescheid sagen, daß ich heute abend in Washington ankommen werde, und daß Du mich bitte vom Flughafen abholen sollst. Bring bitte Vivienne mit. Es tut mir leid, daß ich sie Dir nicht persönlich vorstellen konnte, aber mir ist etwas dazwischen gekommen, und ich dachte, daß Du sie gern so bald wie möglich sehen willst. Also habe ich sie schon mal vorausgeschickt, damit sie ihren Vater kennen lernt. Also, wir sehen uns heute abend am Flughafen."
Damit legte Phoebe Green auf, und Mulder stand wie erstarrt da, den Hörer in seiner Hand anstarrend. Irgendwann legte er ihn zurück und verließ ohne ein Wort das Büro. Scully sah ihm erstaunt nach, dann befahl sie dem Kind, hier sitzen zu bleiben und folgte ihrem offensichtlich verstörten Partner.
Mulder war unterdessen nach draußen gegangen. Er mußte allein sein, um zu begreifen, was er soeben gehört hatte. Es konnte doch nicht sein. Vivienne konnte nicht seine Tochter sein. Obwohl...Von der Zeit könnte es hinkommen. Zweifel stiegen in ihm auf. Was, wenn Phoebe die Wahrheit gesagt hatte? Wenn es doch stimmte? Es würde zu ihr passen, ihn so lange im Unklaren zu lassen und dann mit der Hiobsbotschaft herauszukommen, wenn er es am wenigsten erwartete. Und wenn er am verwundbarsten war. Er dachte an Scully. Ohne Zweifel hatte Phoebe bei ihrem Besuch bemerkt, wie viel ihm seine Partnerin bedeutete. Und dann hatte sie ganz spontan entschieden, daß sie die beiden trennen mußte. Also hatte sie ihn mit seinem Kind konfrontiert, weil sie wußte, daß er alles tun würde, um es treffen zu dürfen. Ja, er würde die Verantwortung auf sich nehmen, das mußte ihr klar gewesen sein.
Mulder starrte verzweifelt vor sich hin, als er Schritte hinter sich hörte. Ohne sich umzudrehen sagte er: „Verschwinden Sie, Scully. Lassen Sie mich allein." Sie kam seinem Wunsch nicht nach. „Erst möchte ich wissen, was Sie so durcheinandergebracht hat." „Es ist nichts." „Das glaube ich Ihnen nicht. Ich dachte, wir seien Freunde. Mulder, ich möchte Ihnen doch nur helfen." „Ich will Ihre Hilfe nicht!" Er hatte nicht so hart sein wollen, aber er konnte einfach nicht mit ihr darüber reden. Er wollte, daß sie ging, wie sie es sowieso tun würde, wenn sie erfuhr, was er seit ein paar Minuten wußte. Scully zuckte zusammen. So hatte er noch nie mit ihr gesprochen, nicht einmal, wenn sie sich stritten. Sie spürte, daß er etwas schreckliches auf dem Herzen haben mußte, und daß er es ihr nicht erzählen wollte. Als sein guter Freund mußte sie das akzeptieren, auch wenn es ihr schwerfiel, ihn mit seinem Kummer allein zu lassen.

Als sie am Nachmittag wieder zusammen im Büro saßen, sagte Mulder wie aus heiterem Himmel: „Heute abend kommt Phoebe, um Vivienne abzuholen. Ich werde sie abholen müssen." Scully wurde das Herz schwer, und sie mußte sich zusammennehmen, um sich ihre Traurigkeit nicht anmerken zu lassen. Statt dessen bot sie an, solange auf Vivienne aufzupassen. Es war ein billiger Trick, um herauszufinden, ob er mit Phoebe allein sein wollte, aber es funktionierte. Mulder erwiderte, daß er das Kind mitnehmen werde. Scully konnte nicht umhin, eine gewisse Erleichterung zu fühlen. Er legte offenbar keinen Wert darauf, mit seiner ehemaligen Flamme allein zu sein.
Nachdem Mulder schließlich mit Vivienne das Büro verlassen hatte, saß Scully noch lang allein da und versuchte, auf andere Gedanken zu kommen. Sie sagte sich das, was sie sich schon mehr als hundert Mal gesagt hatte: Mulder ist mein Partner, und das ist alles. Es muß alles bleiben, und das wird es auch, weil er sowieso nichts von mir wissen will. Darüber sollte ich froh sein. Die letzten Sätze waren erst heute hinzugekommen, und sie taten ihr weh. Aber es war nun einmal so, und es war nicht zu ändern.

Als Mulder an diesem Abend im Bett lag, konnte er lange nicht schlafen. Er hatte Phoebe und ihre Tochter in einem Hotel untergebracht. Auf gar keinen Fall würde er zulassen, daß sie seine Wohnung mit Beschlag belegte. Sie gehörte nicht hierher, und das sollte sie ruhig wissen. Sie hatte ihm alles erzählt: Wie sie schwanger gewesen war und sich entschlossen hatte, ihm nichts davon zu sagen, wie sie das Kind mit Hilfe ihrer Mutter großgezogen hatte – die meiste Zeit hatte sich ihre Mutter um Vivienne gekümmert – und wie sie den Fragen des Kindes nach seinem Vater nicht mehr hatte ausweichen wollen. Mulder hatte sich seinen Teil gedacht: Er war immer mehr davon überzeugt, daß Phoebe einen bestimmten Zweck verfolgte, aber er hatte ihr das nicht ins Gesicht sagen wollen, solange Vivienne in der Nähe war. Phoebe hatte vorgeschlagen, daß sie morgen weiterreden würden, wenn sie alle etwas ausgeschlafener waren. Also lag er jetzt hier und dachte an Scully. Er konnte nicht anders als sie die ganze Zeit vor sich zu sehen. Er wußte, wenn er sich auf diese Sache einließ, würde er sie für immer verlieren. Sie würde zwar weiterhin seine Partnerin sein, aber niemals mehr. Er wünschte sich so oft, sie könnte mehr für ihn sein, könnte ganz zu ihm gehören, aber das war nie passiert. Und wenn er das hier jetzt durchzog, würde es auch nie passieren. Aber er konnte auch nicht sein Kind im Stich lassen. Das würde er sich nie verzeihen. Mulder wußte einfach nicht, was er tun sollte, was er tun konnte, also tat er das, was er in solchen Situationen immer tat: Er fuhr zu Scully, um mit ihr zu reden. Er würde ihr die Wahrheit sagen, über das, was passiert war und über seine Gefühle. Auch über seine Gefühle für sie. Sie sollte alles erfahren, damit sie ihn verstand, so wie sie es immer getan hatte.

Scully lag in ihrem Bett und dachte noch immer über Mulders seltsames Verhalten nach. Ob es etwas mit Phoebe Greens Auftauchen zu tun hatte? Sie war sich fast sicher, daß es so war. Was sonst sollte ihren Partner so sehr aus der Fassung gebracht haben? Sie wünschte, er würde sich ihr anvertrauen, damit sie ihm helfen konnte. Dieser Wunsch wurde immer stärker in ihr, und so hoffte sie, er möge dran sein, als das Telefon klingelte. Es war Phoebe Green. Sie begrüßte Scully höflich und fragte dann scheinheilig: „Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, daß sich Ihr Partner morgen frei nimmt. Er hat gesagt, es wäre Ihnen nicht recht, also wollte ich Sie um Nachsicht für ihn bitten. Schließlich muß er seine Tochter doch besser kennen lernen." Scully versicherte, daß es ihr nichts ausmache, und legte dann hastig auf. Sie war wie vor den Kopf geschlagen. Das war es also gewesen: Vivienne war Mulders Tochter. Sie verstand, wieso ihn diese Nachricht so durcheinandergebracht hatte, und gleichzeitig wurde ihr klar, warum er nicht mit ihr darüber hatte sprechen wollen: Es ging sie einfach nichts an. Die Erkenntnis, daß Mulders Leben sie von nun an niemals so angehen würde, wie sie sich das immer gewünscht hatte, ließ etwas in ihr zerbrechen. Trotz aller Vernunft, trotz der Regeln des Bureaus, trotz seiner Reserviertheit gegenüber persönlichen Beziehungen, war da immer noch eine Hoffnung gewesen. Sie wußte, wie irrational diese Hoffnung gewesen war, aber sie hatte sie alles ertragen lassen, was sie erlebt hatten. Und nun war diese Hoffnung für immer verloren. Scully fühlte sich, als habe man sie allein auf dem offenen Meer zurückgelassen und ihre einzige Rettungsleine gekappt. Deshalb war sie auch versucht, das Klopfen an ihrer Apartmenttür zu ignorieren. Sie wollte allein sein, um ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bekommen. Aber als das Klopfen nicht aufhörte, ging sie doch zur Tür und öffnete. Sie wäre fast zurückgewichen, als sie Mulder vor sich stehen sah. Er war der letzte, den sie jetzt sehen wollte. Gerade hatte sie erkannt, daß sie ihn verloren hatte, daß er nie ganz ihr gehören würde, und nun stand er mitten in der Nacht vor ihrer Tür und sah so verdammt attraktiv aus, genau so, wie in ihren Träumen, die sie immer geleugnet hatte. Aber in ihren Träumen war er nicht der Vater von Phoebe Greens Kind. Nimm Dich zusammen und sieh zu, was er will! ermahnte sie sich selbst. Sie sah ihn nicht an, als sie zur Seite trat, um ihn hereinzulassen.
Mulder konnte nicht anders, er mußte sie einfach ansehen. Sie sah so verletzlich aus, wie sie da im Nachthemd vor ihm stand. Ob sie wohl schon geschlafen hatte? Dieser Gedanke machte es nur noch schlimmer. Sie schlief, unberührt von dem Sturm, der alles in ihm aufgewühlt hatte, und er hatte nichts besseres zu tun, als sie zu wecken und in die ganze Sache hineinzuziehen. Das war nicht gerade das, was man von einem Freund erwarten konnte. Andererseits brauchte er sie, und jetzt, wo er schon hier war, gab es sowieso kein Zurück mehr.
Scully bot ihrem Partner Platz an und setzte sich selbst in die entfernteste Ecke der Couch. Sie wollte ihre Gefühle nicht noch unnötig verschlimmern, indem sie sich in seine Nähe setzte, obwohl es das war, was sie sich wünschte.
Er begann zu sprechen, stockte aber schon beim ersten Satz: „Scully, es tut mir leid, daß ich Sie so spät überfalle, aber ich..." Er konnte es nicht. Scully nahm ihm die Last ab, indem sie versicherte: „Ich weiß es, Mulder. Phoebe hat vorhin hier angerufen und mich gebeten, Ihnen für morgen frei zu geben, als hätte ich das zu entscheiden. Dabei hat sie mir gesagt, daß Vivienne Ihre Tochter ist." Nun war es heraus. Der Satz hing zwischen ihnen in der Luft und schien beinahe Substanz zu haben. Mulder konnte ihre Reaktion in ihren Augen ablesen. Sie schwieg, und er spürte beinahe körperlich ihre Traurigkeit darüber, daß er nicht den Mut gehabt hatte, es ihr selbst zu sagen. Trotzdem gab es noch etwas, das sie wissen sollte, auch wenn das zusammen mit diesem Beweis von mangelndem Vertrauen ihre Freundschaft endgültig zerstörte. Sie mußte es wissen. „Ich wollte es ihnen sagen, aber ich konnte nicht. Ich hatte Angst, Sie zu verlieren, denn das ist das letzte, was ich will. Sie bedeuten mir sehr viel, und ich glaube, Phoebe weiß das. Das ist der Grund, warum sie gerade jetzt hierher gekommen ist und mich mit meinem Kind konfrontiert. Ich glaube, sie hat Angst, daß mir jemand mehr bedeutet, als sie es jemals getan hat. Und weil das bei Ihnen der Fall ist, mußte sie sich einmischen. Ich werde nicht zulassen, daß sie Sie da hineinzieht." Seine Stimme war sehr leise geworden, Scully konnte ihn kaum verstehen. Also war sie gezwungen aufzustehen und zu ihm zu kommen. Sie setzte sich auf die Armlehne der Couch, noch immer eine gewisse Distanz wahrend, und sah ihren Partner an. Er hielt ihrem Blick stand, als er fortfuhr: „Ich wollte es Dir nie sagen, weil ich Angst hatte, Du würdest es nicht verstehen, aber jetzt ist mir klar, daß das der falsche Weg war. Ich will, daß Du weißt...Ich liebe Dich." Diesmal hingen seine Worte im Raum. Scully sah ihn ungläubig an. Er konnte nicht gesagt haben, daß er sie liebte. Das passierte in ihren Träumen, aber dies hier war die Realität. Ein einziger Blick in die Tiefe seiner Augen ließ sie die Wahrheit mit einem Schlag erkennen: Es stimmte, was er gesagt hatte. Plötzlich schien sich alles um sie herum zu drehen, sie fand keinen Halt mehr, außer an seiner Schulter. Sie ließ es zu, daß Mulder sie von der Lehne in seine Arme zog, und sie ließ den Blick nicht eine Sekunde von seinen Augen, als sie einander endlich küßten. Es war alles, was sie sich jemals gewünscht hatte. Sie wußte, daß sie sich nicht hätte wehren können, wenn er jetzt mehr gewollt hätte. Seine Nähe ließ sie vollkommen hilflos zurück, und doch hatte sie keine Angst. Sie vertraute ihm, und sie wußte, daß er ihre Schutzlosigkeit niemals ausnutzen würde. Deshalb konnte sie sich vollkommen fallen lassen in diesem Kuß, in seiner Umarmung und in ihrem totalen Glück. Bis die Realität sie schmerzhaft einholte. Sie sah Vivienne vor sich, das kleine, scheue Mädchen, das seine Tochter war. Seine und Phoebe Greens Tochter. Sie löste sich hastig von ihm und stand zur Sicherheit auf. Wie hatte sie es nur so weit kommen lassen können? Hier stand sie und hatte einen Mann geküßt, der gerade erst von seinem Kind erfahren hatte. Sie konnte es einfach nicht, auch wenn sie es so sehr wollte. Mulder gehörte nicht ihr. Er mußte sich mit Phoebe und Vivienne auseinandersetzen, und dann würde er auch einsehen, daß es keinen Zweck hatte.
Mulder war durch ihre plötzliche Zurückweisung mehr überrascht als verletzt. Er versuchte, sie zu beruhigen: „Es tut mir leid. Ich wollte Dich nicht überrumpeln. Ich hätte nicht..." Sie unterbrach ihn: „Es war nicht Dein Fehler. Ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Nicht, solange ich wußte, daß Du und Phoebe ein Kind habt. Es wäre verrückt; schließlich mußt Du Dich mit ihr einigen, was jetzt geschehen soll. Bevor Du das tust, möchte ich, daß Du eines weißt: Ich werde jede Entscheidung, die Du triffst, respektieren, und ich werde Dein Freund bleiben, egal was geschieht." Er starrte sie an. Sie würde sein Freund bleiben. Das würde alles sein, aber er wußte, auch wenn er dafür dankbar sein sollte, daß es nicht genügen würde. Nicht, nachdem er ihre Lippen gespürt, ihre Hingabe gefühlt hatte. Er wollte mehr von ihr, wollte mehr für sie sein. Ihr trauriger Blick schnitt ihm ins Herz. Hier saß er mit der Frau, die er liebte und von der er glaubte, daß sie hin ebenfalls liebte, und er durfte sie nicht küssen, durfte sie nicht einmal in die Arme nehmen. Herzlichen Glückwunsch, Phoebe. Du hast es geschafft. dachte er bitter. Dann stand er auf und trat auf Dana zu. „Ich habe mich bereits entschieden." sagte er leise. „Ich will Dich nicht verlieren. Wenn Vivienne es will, werde ich ihr Vater sein. Aber ich werde nicht zu Phoebe zurückgehen. Ich könnte das nicht, auch nicht um den Preis, mein Kind zu verletzen. Der Verlust wäre zu hoch. Ich will Dich, nichts anderes. Und wenn Du mir das nicht glaubst..." Er brach ab, nicht in der Lage, weiterzusprechen. „Ich glaube Dir. Ich habe Dir immer geglaubt, aber ich kann das nicht. Nicht, solange sie hier ist und dem Kind Hoffnungen macht." Mulder sah ein, daß sie recht hatte. Es tat weh, aber es war so. Er ging in Richtung Tür. „Ich werde morgen mit Phoebe reden und ihr sagen, daß sie aufhören soll, das Kind zu quälen. Würdest Du...Würdest Du solange auf Vivienne aufpassen? Ich möchte nicht, daß sie noch mehr verletzt wird." Scully nickte. Dann trat sie auf ihn zu und küßte ihn leicht auf die Stirn. „Ich werde immer Dein Freund sein, denk daran." Ihre Worte, die ihn trösten sollten, machten ihn nur noch trauriger. Er strich ihr sanft übers Haar und ging schnell hinaus, damit sie seine Tränen nicht sehen konnte. Er hatte sich entschieden, aber es tat weh, ein unschuldiges Kind zu verletzen, auch wenn er sich sagte, daß das die Schuld der Mutter war. Sie hätte niemals herkommen dürfen. Und noch viel weniger hätte sie Vivienne einreden dürfen, daß sie ihren Dad nun öfter sehen würde. Vor allem nicht, wenn daran die Bedingung geknüpft war, daß er mit keiner anderen Frau zusammen war. Das hatte er Dana nicht sagen können, aber Phoebe hatte es deutlich genug durchblicken lassen.

Am Morgen war Scully früh im Büro, weil sie dort Vivienne treffen sollte. Jeder Blick auf das Mädchen tat ihr weh, denn sie dachte an Mulder, den diese Sache so sehr verletzt hatte. Als sie dem Mädchen eine Schere und Papier und Stifte gab, damit es sich beschäftigen konnte, solange sie ihren Bericht über den letzten Fall noch einmal überarbeitete, schien es ihr, als sähe sie in den Augen des Kindes eine Traurigkeit, die gar nicht zu einem Kind in diesem Alter passen wollte. Sie hat nicht nur Mulder und mich verletzt, sondern auch ihre eigene Tochter. Und das alles um den Preis eines Spiels. fuhr es ihr durch den Sinn. Diese Frau mußte schlimmer sein, als Mulder ihr gegenüber jemals angedeutet hatte. Und sie hatte ihr Ziel erreicht: Dana konnte es nicht ertragen, mit dem Menschen zusammen zu sein, den sie liebte.
Ein leiser Schmerzensschrei ließ sie aufschauen, und sie sah, daß sich Vivienne mit der Spitze der Schere verletzt hatte. Sanft nahm ihr Scully die Schere weg und sah sich die kleine Wunde in der Hand des Mädchens an. Sie war nicht tief, eigentlich nur ein Kratzer, aber sie blutete doch ziemlich stark. Scully schaute versonnen auf die roten Tropfen, die über die Hand des Kindes liefen, und plötzlich kam ihr ein Gedanke. Sie würde nicht zulassen, daß jemand den Mann, den sie liebte, verletzte, ohne daß sie versuchte, ihm zu helfen. Entschlossen holte sie ihr Verbandszeug aus dem Kasten in der Ecke des Büros und versorgte die Wunde. Dann nahm sie Vivienne bei der Hand und ging mit ihr zur Tür. „Wir haben hier ein paar tolle Labors. Hast Du Lust, Dir die mal mit mir anzusehen?" schlug sie vor, und das Kind nickte. Sie gingen in Richtung der Labors, und Scully hielt die Hand des Kindes fest in der ihren. In der anderen Hand hielt sie einen gläsernen Objektträger, auf dem ein paar Tropfen von Viviennes Blut klebten.

Mulder war schon jetzt mit den Nerven fertig, obwohl er erst seit zehn Minuten mit Phoebe sprach. Er mußte die ganze Zeit an Scully denken, daran, was sie alles für ihn tat. Sie paßte sogar auf Vivienne auf, obwohl es ihr weh tun mußte. Und er hatte diese wunderbare Frau verletzt, weil er wieder einmal auf eines von Phoebes Spielchen hereingefallen war. Jetzt saß er ihr gegenüber und versuchte, sich auf das zu konzentrieren, was sie sagte. Er hätte ihr soeben eröffnet, daß er nicht auf ihr Spiel eingehen würde, und sie hatte wie erwartet reagiert: Wenn er mit einer anderen Frau zusammen war, würde das einen schlechten Einfluß auf Vivienne haben, also würde sie dann nicht erlauben, daß er seine Tochter sah. Als Mulder das hörte, platzte ihm endgültig der Kragen. „Wie kannst Du nur so kaltschnäuzig sein?" fuhr er sie an. „Wie Du mit mir umgehst, ist mir völlig egal. Es könnte mir nicht gleichgültiger sein. Aber daß Du ein Kind benutzt, um mich zu erpressen, das geht zu weit. Sag mir ins Gesicht, was Du willst, aber laß das Mädchen in Frieden!" Bei seinem ungewohnt heftigen Ausbruch zuckte Phoebe zusammen. Sie war es gewohnt, daß er ihr zustimmte, egal was sie tat. Bisher hatte sie es immer leicht gehabt ihn dazu zu bringen, daß er tat, was sie wollte. Aber jetzt schien er irgendwie verändert. Als sie in seine Augen sah, wußte sie, daß sie verloren hatte. Er würde sich nicht mehr manipulieren lassen. Aber sie würde ihn auch nicht so leicht davonkommen lassen. Er sollte noch einmal zu spüren bekommen, daß man sie nicht im Stich ließ. Denn so empfand sie ihre Trennung: In ihren Augen hatte Mulder sie im Stich gelassen, als er gegangen war, um nicht mehr mit sich spielen zu lassen. Sie sagte, äußerlich ganz ruhig: „Gut, wenn Du meinst, dann werde ich jetzt unsere Tochter holen und mit dem nächsten Flug von hier verschwinden. Du hast recht, ich werde nicht zulassen, daß sie weiter verletzt wird, und ich werde sie mitnehmen und Dich nie wieder mit ihr belästigen." Mulder spürte ihre Worte wie Nadelstiche. Er würde die Kleine niemals wiedersehen, das war ihm klar. Aber er wußte auch, daß es keinen Zweck hatte, mit Phoebe darüber zu streiten. Zum Wohl des Kindes würde er zurückstecken.
Mulder folgte Phoebe zu seinem Wagen, ohne sich seine Traurigkeit anmerken zu lassen.

Als sie das Hoverbuilding betraten, beeilte sich Mulder, in sein Büro im Keller zu kommen. Er wollte es endgültig hinter sich bringen. Im Büro saßen Scully und Vivienne an seinem Schreibtisch und betrachteten aufmerksam eine Zeichnung des Mädchens. Als sie Mulder sah, stand Scully sofort auf und bedeutete ihrem Partner, ihr nach draußen zu folgen. Dort sagte sie leise, damit Vivienne nichts hörte: „Sie ist nicht Deine Tochter. Ich habe einen Bluttest durchgeführt. Sie hat sich geschnitten, und dabei ist mir die Idee gekommen, etwas von dem Blut ins Labor zu geben. Dort haben sie eindeutig festgestellt, daß dieses Mädchen nicht Deine Tochter sein kann. Sie hat die falsche Blutgruppe, was jeden weiteren Test überflüssig macht." Mulder starrte sie ungläubig an. Er hatte die ganze Zeit gedacht, dieses Kind sei seines. Und jetzt erfuhr er, daß es nicht stimmen konnte. Phoebe hatte ihn die ganze Zeit über angelogen, und was noch viel schlimmer war: Sie hatte dazu ein Kind benutzt, das nicht das geringste mit ihm zu tun hatte. Das Mädchen war von ihr benutzt worden, ohne daß es überhaupt jemals eine Chance gehabt hatte, etwas davon zu haben. Egal, wie er sich entschieden hätte, das Mädchen hätte in jedem Fall verloren. Mulders Zorn richtete sich gegen Phoebe, die gerade erst den Flur zum Büro betrat. Er fuhr sie an, immer darauf bedacht, das Kind nicht mithören zu lassen: „Wie konntest Du das tun? Scully hat mir gerade gesagt, daß Vivienne nicht meine Tochter sein kann. Sie hat die falsche Blutgruppe. Du hast sie nicht nur benutzt, um Deine billige Rache zu bekommen, Du hast ihr auch noch eine Lüge erzählt. Wie Du das einem Kind antun konntest, ist mir ein Rätsel!" Phoebe wurde blaß. Sie hatte nicht damit gerechnet, daß Scully einen Bluttest würde durchführen lassen. Jetzt blieb ihr nichts anderes übrig als Mulder die ganze Wahrheit zu sagen, wollte sie nicht riskieren, daß er vollkommen durchdrehte. „Hast Du wirklich geglaubt, daß ich mein Kind so benutzen würde, nur um einem Kerl wie Dir eins auszuwischen? Ich habe Vivienne gar nicht gesagt, wer ihr Vater ist, und ich habe ihr auch nicht gesagt, Du seist es. Sie denkt, daß wir einen netten Ausflug in die Staaten machen, um einen alten Freund ihrer Mutter zu besuchen, und daß wir anschließend nach Disneyworld fahren werden. Sieh der Tatsache ins Gesicht, Fox: Du warst es nicht wert, daß ich mein Kind wegen Dir unglücklich mache." Damit rauschte sie an ihm vorbei, holte Vivienne aus dem Büro und verschwand, bevor Mulder die Chance bekam ihr zu sagen, was er von ihr hielt.
Zurück blieb ein völlig verstörter Mulder. Scully, die sich während der Auseinandersetzung diskret zurückgezogen hatte, kam zurück und faßte nach seiner Hand. Sie zog ihn vom Flur in ihr Büro und schloß die Tür. Dann legte sie die Arme um ihn, um ihn zu trösten. Mulder ließ es geschehen, daß sie ihn hielt, und legte den Kopf an ihre Schulter. Sie spürte, daß er weinte, und strich sanft über sein Haar. Nach einer Weile, die ihr wie eine Ewigkeit vorkam, hob er den Kopf und sah sie an. „Weißt Du, was das schlimmste daran ist?" fragte er leise. Sie blickte in seine tränennassen Augen und schüttelte den Kopf. „Daß ich mich schon fast an den Gedanken gewöhnt hatte, Vater zu sein." Sie lächelte und drückte ihn an sich. „Das wirst Du. Ich bin sicher, daß Du irgendwann eigene Kinder haben wirst, und Du wirst ein guter Vater sein." Ihre Worte taten ihm gut, wischten langsam den Schrecken der letzten beiden Tage weg. Aber etwas gab es noch, das er klären mußte. Er sah ihr in die Augen und fragte leise, fast schüchtern: „Du hast gesagt, daß Du mein Freund sein wirst, egal was passiert. Gilt das auch jetzt?" Scully lächelte leicht, dieses kleine Lächeln, das er immer an ihr geliebt hatte. Sie schloß für einen Moment die Augen, so als müsse sie sich sammeln für das, was sie als nächstes sagen würde. Als sie die Augen wieder öffnete, nahm der Ausdruck darin Mulder fast den Atem. „Nein. Ich kann nicht mehr Dein Freund sein, denn ich liebe Dich." Er hatte es gehofft, seit er gestern abend ihren Kuß empfangen hatte. Aber es von ihr zu hören, war einfach unbeschreiblich. Mulder zog sie noch enger an sich, um sie wieder zu küssen. Dieses Mal würde es keine Unterbrechung geben, denn es gab nichts mehr, was zwischen ihnen stand. Sie küßten einander, alles andere um sich herum vergessend. Und Mulder wurde bewußt, daß er, sollte er wirklich irgendwann einmal Kinder haben, nur Dana als deren Mutter haben wollte. Sie war alles, was er sich wünschen konnte, und sie hielt zu ihm, egal was passierte.
Ihnen beiden war klar, daß sie immer Freunde bleiben würden. Aber das war nicht alles: Sie würden einander noch viel mehr sein. Aber die Freundschaft, mit der ihre Liebe begonnen hatte, würde auch für immer da sein, und das war ein beruhigendes Gefühl.

- The End -
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