Fate and Elevator Rides von Sonja K

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„Endlich. Das war der letzte.“ Sam Carter klappte aufatmend den Ordner zu, in den sie bis eben noch Verbesserungsvorschläge gekritzelt hatte. O’Neill sah von seinem eigenen Ordner auf und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Wirklich?“, erkundigte er sich mit sichtlicher Erleichterung. Er hatte die letzten Stunden damit verbracht, in den vom General beanstandeten Berichten die Verbesserungen vorzunehmen, die Carter ihm vorgeschlagen hatte. Er war ihr dankbar für die Hilfe, auch wenn er ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie sich für ihn die Nacht um die Ohren schlug, anstatt mit Daniel im Kino zu sitzen, und nahm sich vor, sie dafür in nächster Zeit zu entschädigen.
„Gott sei Dank; ich dachte allmählich, das hört nie mehr auf.“
Sie lächelte, ein Schleier aus Müdigkeit über ihren sonst so klaren blauen Augen. „Ich bin fertig. Das heißt für Sie, noch mindestens einen Bericht zu verbessern.“
„Aber nicht mehr heute. Ich bin erledigt. Das bisschen Arbeit schaffe ich auch noch morgen, besonders, nachdem Sie mir souffliert haben. Dafür haben Sie noch was gut.“
„Ich werd Sie bei Gelegenheit daran erinnern.“ Sie stand auf und gähnte. „Sie haben recht, heute Nacht wird das nichts mehr. Gehen wir schlafen.“
Auch der Colonel stand auf, und gemeinsam verließen sie sein Büro, ohne sich um den Stapel leerer Keksschachteln zu kümmern, der zwischen den erledigten Berichten auf dem Schreibtisch thronte. Das hatte Zeit bis morgen. Jetzt, um ein Uhr in der Nacht, war es nur noch Zeit, ins Bett zu gehen.
Außer ihnen beiden war niemand auf dem Korridor zu sehen. Wer sollte auch mitten in der Nacht etwas bei den Büros zu suchen haben? O’Neill konnte sich niemanden vorstellen, der außer ihm um diese Zeit Berichte schrieb. Deshalb stutzte er auch, als er weiter vorn im Gang eine Gestalt um die Ecke verschwinden sah. Zwar bewegte sie sich nicht etwa auffällig, aber um diese Uhrzeit war es schon verdächtig, sich nur auf diesem Korridor aufzuhalten. Ein kurzer Blick zu Carter verriet O’Neill, dass sie die Person auch bemerkt hatte und ebenso überrascht war wie er. Sie deutete mit einer stummen Handbewegung an, leise zu sein, und ohne ein Wort zu wechseln bewegten sich die beiden Offiziere zum Ende des Ganges, wo die Gestalt verschwunden war. Carter vergewisserte sich, dass O’Neill sich direkt hinter ihr befand, und trat dann mit einem schnellen Schritt auf den angrenzenden Gang. Nichts. Der Korridor war verlassen. Carter spürte die Hand des Colonels auf ihrem Arm und sah ihn an. Er deutete auf eine halb offene Fahrstuhltür, und nachdem sie sich mit einem Blick verständigt hatten, betraten sie beide gleichzeitig den Lift, wo ihnen eine beiden Offizieren vollkommen unbekannte Frau entgegensah. Sie schien nicht minder überrascht zu sein als Carter und O’Neill, dessen Misstrauen sofort erwachte, hatte er doch erst vor wenigen Tagen eine sehr ähnliche Szene erlebt.
„Darf ich fragen, was Sie hier machen?“, fragte er ruhig, aber sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass er keine Lüge akzeptieren würde.
Scully wusste, dass es keinen Zweck hatte, sich etwas auszudenken, denn sie hatte keine Geschichte für den Fall, dass man sie erwischen würde. Dazu war die Zeit zu knapp gewesen, und so war sie in der Hoffnung hergekommen, dass sie entweder Mulder finden oder immerhin durch ihre Anwesenheit und die Drohung, durch die Gunmen an die Öffentlichkeit zu gehen, sein Leben würde schützen können. Also erwiderte sie den direkten Blick des Colonels – mit militärischen Rängen hatte sie Erfahrung, und deshalb wusste sie auch gleich, an wen von den beiden sie sich wenden musste – und erwiderte: „Ich bin Special Agent des FBI, und ich möchte Ihren Vorgesetzten sprechen.“ Es war klar, dass eine Basis von dieser Größe nicht von einem Colonel geleitet werden konnte, also musste es hier mindestens einen General geben, und mit dem gedachte sie sich zu unterhalten.
„Ich fürchte, da müssen Sie bis morgen warten.“, entgegnete der Colonel, mühsam ein Lachen unterdrückend. „Der General schläft um diese Zeit. Wie sind Sie überhaupt hier reingekommen?“
„Sir,“ unterbrach ihn die blonde Frau, den Rangabzeichen nach Major, „sollten Sie sich nicht zuerst ihren Ausweis ansehen? Wenn sie wirklich vom FBI ist, dürfte das den General interessieren, und...“
„Sie haben recht, Carter. Also, können Sie sich ausweisen?“
Scully zog wortlos und langsam ihren Ausweis aus der Tasche, damit der Colonel einen Blick darauf werfen konnte. Er nickte. „Okay, Dr. Scully...“
„Agent Scully.“, verbesserte sie ihn. „Ich bin zwar Ärztin, arbeite aber vorrangig als Special Agent.“
O’Neill verdrehte die Augen. Diese Antwort erinnerte ihn an etwas, woran er lieber nicht denken wollte. Seine erste Begegnung mit Carter war ähnlich verlaufen, und noch heute schauderte er beim Gedanken an das alberne Kräftemessen, das er damals angefangen hatte.
„In Ordnung, Agent Scully. Wie sind Sie hier reingekommen?“
„Ich habe einen Ihrer Mitarbeiter überredet, mich mitzunehmen. Da fällt mir ein... Man sollte den Mann befreien. Mir blieb leider nichts anderes übrig, als ihn im Schrank einzusperren.“
„Welcher Idiot war so dämlich...“ O’Neill unterbrach sich. „Nein, sagen Sie es nicht, lassen Sie mich raten. Daniel, richtig?“
„Wenn Sie Daniel Jackson meinen, haben Sie recht. Er war so freundlich, mir ein sehr interessantes Artefakt zu zeigen.“
„Hätte ich mir auch denken können. Carter, holen Sie ihn da raus.“
„Sind Sie sicher, Sir?“
Er sah sie scharf an. „Natürlich bin ich sicher. Glauben Sie, dass ich nicht mit einer FBI- Agentin fertig werde? Nun gehen Sie schon, oder wollen Sie Daniel noch länger in dem verdammten Schrank schmoren lassen? Und wenn Sie schon mal unterwegs sind, wecken Sie doch auch gleich General Hammond. Ich glaube allmählich, dass ihn die Sache interessieren wird.“
„Ja, Sir.“ Carter eilte davon, und Scully musterte ihren Wärter, der der blonden Frau kurz hinterhersah, bevor er seine Aufmerksamkeit auf sie richtete. Sie hätte versuchen können, ihn zu überwältigen, und möglicherweise hätte sie sogar eine Chance gehabt, wenn sie das Überraschungsmoment ausgenutzt und ihre Karatekünste angewendet hätte, aber sie sah keine Notwendigkeit, ihr Leben und das ihres Partners auf diese Weise zu gefährden. Vermutlich würde man auf sie schießen, und es wäre dumm gewesen, das zu riskieren, nachdem sie bereits erreicht hatte, was sie wollte: Man würde sie mit dem General sprechen lassen, und das war ihre beste Chance, Mulder hier herauszuholen.
O’Neill führte sie aus dem Aufzug heraus und in ein großes Büro, das ganz offensichtlich seinem Vorgesetzten gehörte. Er deutete auf einen Stuhl, und sie setzte sich, um ihn nicht misstrauisch zu machen. Das letzte, was jetzt passieren durfte war, dass sie den Colonel verärgerte. Er war ihr Schlüssel zum General, und dieser wiederum war ihre Chance, Mulder zu retten. So lief das eben beim Militär. Scully wusste, dass sie ihre Karten geschickt würde ausspielen müssen, damit es nicht aussah, als versuche sie, den General zu erpressen. Es musste wie ein fairer Handel rüberkommen, damit er sein Gesicht vor seinen Leuten wahren konnte. Andernfalls hätte er keine Möglichkeit, als sich zu weigern, wenn er weiterhin von seinen Untergebenen akzeptiert werden wollte.
Scullys Gedanken wurden jäh unterbrochen, als die Tür aufging und ein Mann hereinkam, gefolgt von Daniel Jackson und Major Carter. Der Colonel nahm Haltung an.
„General Hammond, Sir. Wir haben ein Problem. Ein weiterer Eindringling wurde auf dem Stützpunkt aufgegriffen, und diesmal ist es jemand vom FBI.“
Diesmal? Was hat Mulder denen erzählt, wer er ist? Scully starrte angestrengt in Richtung der noch im Schatten stehenden Gestalt des Generals. Sie musste sein Gesicht sehen, um ihn einschätzen zu können. Jetzt kam es drauf an.
„Stimmt das?“, erkundigte sich der Mann im Schatten und trat in das erleuchtete Büro. Scully warf nur einen Blick auf ihn und schnappte nach Luft. Das... das konnte nicht...
Scheinbar dachte der General das gleiche, denn er stand wie erstarrt im Eingang, unfähig, sich zu rühren. Es dauerte eine lange Zeit, bis er einen Laut herausbrachte.
„Starbuck.“, flüsterte er dann tonlos, bevor er zusammensackte.
O’Neill hörte Hammond ein Wort sagen, das wie „Starbuck“ klang, bevor er zusammenbrach. Sofort waren er und Carter beim General und halfen ihm auf, um ihn zu einem Stuhl zu führen, auf den er sich schwer fallen ließ. Er war totenblass geworden, und O’Neill wurde klar, dass er seinen Vorgesetzten noch nie so verstört gesehen hatte. In dem Moment, als der General zusammengebrochen war, hatte niemand mehr auf die Gefangene geachtet, die jetzt mit einem erstickten Aufschrei aus dem Raum lief. „Jack!“, hörte O’Neill Daniels warnende Stimme, und er griff automatisch nach seiner Waffe, um die Flüchtende aufzuhalten, aber der General winkte ab. „Lassen Sie sie gehen.“, forderte er mit schwacher Stimme. „Sie wird nicht weglaufen; aber sie braucht einen Moment für sich allein.“
„Woher... Woher kennen Sie diese Frau, Sir?“, sprach Carter die Frage aus, die alle drei Anwesenden gleichermaßen bewegte.
„Das ist eine lange Geschichte. Ich hatte gehofft, sie niemals erzählen zu müssen.“
„Es sieht so aus, als sei es jetzt soweit.“, mischte sich O’Neill ein. „Bei allem nötigen Respekt, Sir, aber diese Agentin, ob vom FBI oder sonstwoher, läuft jetzt unbeaufsichtigt auf dem Stützpunkt herum. Denken Sie nicht, dass wir da ein Recht haben zu erfahren, wer sie ist?“
Hammond nickte nur. „Setzen Sie sich.“, forderte er die drei Mitglieder von SG-1 auf, und diese gehorchten, ohne jedoch ihre Augen von ihm zu lösen.
„Der Colonel hat recht.“, begann Hammond. „Jetzt, da sie hier ist, kann ich es nicht länger verschweigen. Agent Dana Scully ist meine Tochter.“
„Was?“ O’Neill konnte es nicht fassen. „Sie haben eine Tochter? Ich dachte immer, Sie hätten einen Sohn.“
„Das habe ich auch. Um genau zu sein habe ich zwei Söhne und zwei Töchter, und ich bin verheiratet. Als man mir jedoch das Kommando über diese Basis übertrug war es klar, dass ich meiner Familie nichts davon sagen durfte. Das geht Ihnen allen so.“ Einstimmiges Nicken in der Runde.
„Meine Familie stand mir sehr nahe, und mir war klar, dass ich dies alles nicht lange vor ihnen würde verheimlichen können. Unglücklicherweise war das auch meinen Vorgesetzten bewusst, und so forderte man mich auf, meine Familie zu verlassen. Das hätte ich nicht tun können. Niemals hätte ich mich freiwillig von Maggie und den Kindern getrennt, also versuchte ich, das Schlimmste zu verhindern und mein Doppelleben geheimzuhalten. Meine Frau hat gespürt, dass etwas nicht stimmte, aber sie hat nie gefragt, denn sie wusste, ich würde nichts sagen dürfen und wollte mich nicht zwingen, sie zu belügen. So ging es noch eine Weile gut, aber dann fanden sie heraus, dass meine jüngste Tochter für das FBI arbeitete und somit eine große Gefahr darstellte. Sie war erst kurz zuvor in den aktiven Außendienst versetzt worden, und man fürchtete, dass sie bei ihrer Arbeit an einem Projekt mit Namen X-Akten zufällig auf etwas stoßen könnte, das sie auf die Spur unserer Arbeit führte. Man drohte mir, sie alle zu liquidieren, da ich inzwischen zu wichtig für das Programm geworden war, um von ihnen entbehrt zu werden. Und weil ich meine Familie schützen wollte, habe ich beschlossen, statt ihrer selbst zu sterben. Man gab mir ein Medikament, das einen Herzinfarkt vortäuschte, und so starb ich eines Nachts, nachdem Maggie und ich Dana besucht hatten. Ich hatte keine Ahnung, dass es an jenem Tag geschehen würde, sonst hätte ich mich anders verabschiedet. Da ich Angehöriger der Navy war, war es ein leichtes dafür zu sorgen, dass meine Leiche eine Seebestattung erfuhr, was eine nachträgliche Autopsie unmöglich machte. Seitdem bin ich hier unter dem Namen, den man mir gleich zu Beginn der Tarnung halber gab, und habe meine Familie nie wiedergesehen. Ich kann nur hoffen, dass sie mir das Leid verzeihen, das ich ihnen zugefügt habe, um sie zu beschützen. Eines Tages stellte sich heraus, dass mein jüngerer Sohn Charles zu den Eingeweihten des Programms gehörte, und ich beschloss, ihn wiederzusehen. Er hat lange gebraucht, meine Entscheidung zu verstehen, aber inzwischen weiß er, dass ich nichts schlechtes für meine Familie wollte. Er erzählt mir von seiner Tochter, die ich vor meinem „Tod“ nie gesehen habe, und weil sie mich nicht kennt, kann ich sie manchmal treffen. Zwar bin ich nicht mehr für sie als ein Freund ihres Vaters, aber ich habe wenigstens die Möglichkeit, einen Teil meiner Familie zu um mich zu haben. Ich hatte nicht geglaubt, Dana jemals wiederzusehen. Bis jetzt.“ Hammonds Stimme brach, als er diese letzten Worte sprach, und er vergrub das Gesicht in den Händen. Carter machte den beiden anderen Männern ein Zeichen, den Raum zu verlassen und dem General einen privaten Moment zu gewähren, und sie folgten ihr ohne Einwände. Vor der Tür blieben sie stehen.
„Und was machen wir jetzt?“, wollte O’Neill wissen.
„Zuerst müssen wir diese Frau finden. Sie muss zutiefst verstört sein, schließlich hat sie jahrelang geglaubt, ihr Vater sei tot.“
„In Ordnung. Carter, Sie übernehmen das. Ich denke nicht, dass sie jetzt in der Verfassung ist, Daniel gegenüberzutreten.“
Der Major nickte und eilte den Flur hinunter in die Richtung, in der die Agentin verschwunden war. Der Colonel sah ihr nach und wandte sich dann an Daniel: „Und wir beide versuchen nochmal, etwas aus dem ersten Eindringling herauszubekommen. Vielleicht ist er ja etwas gesprächiger, wenn wir ihm sagen, dass Agent Scully hier ist.“
„Woher wollen wir denn wissen, ob er sie kennt?“, erkundigte sich der Archäologe.
„Das wissen wir nicht, aber wir vermuten es stark. Zumindest tue ich das. Es wäre in meinen Augen ein seltsamer Zufall, wenn innerhalb von wenigen Tagen zwei Leute vollkommen unabhängig voneinander hier eindringen. Mein Instinkt sagt mir, dass da ein Zusammenhang besteht. Und ich bin sicher, dass unser Freund das bestätigen wird.“

Samantha Carter eilte den nur durch die Notbeleuchtung spärlich erhellten Korridor entlang, auf der Suche nach der Frau, von der sie nun wusste, dass sie die Tochter des Generals war. Ihre Gedanken rasten. Wie wäre mir zumute, wenn Mom plötzlich vor mir stünde und ich entdecken müsste, dass mein ganzes Leben eine einzige Lüge war? Würde ich sie nicht hassen müssen? Oder wäre ich froh, dass sie wieder bei mir ist? Sie wusste es nicht und musste einsehen, dass eine solche Situation für sie unvorstellbar wäre. Ist sie das nicht auch für Agent Scully?
Eine der Bürotüren stand halb offen, und Carter ging hinein, denn ihr Instinkt sagte ihr, dass sie Scully dort finden würde. Tatsächlich saß die Agentin dort in einem schwarzen Bürostuhl, die Knie angezogen und die Arme darauf verschränkt. Leise trat Carter auf sie zu und legte ihr vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken, die Hand auf die Schulter. „Agent Scully?“
Diese sah auf, und Carter war überrascht, keine einzige Träne in ihren Augen zu sehen. Sie war überzeugt, dass sie, wenn sie auch nicht gerade leicht in Tränen ausbrach, in einer ähnlichen Situation nicht so ruhig geblieben wäre.
„Ich kann mir vorstellen, wie Ihnen zumute ist. Meine Mutter ist gestorben, als ich zwölf Jahre alt war, und wenn sie plötzlich wieder vor mir stünde...“
„Das ist es nicht.“, unterbrach Scully sie leise. „Ich hatte die ganze Zeit geglaubt, dass er tot ist, und jetzt muss ich feststellen, dass er uns alle angelogen hat. Schlimmer noch, er hat meine Mutter betrogen, die ihn geliebt hat. Sie liebt ihn noch immer, und er hat sie einfach aufgegeben und betrogen.“
„Das glaube ich nicht. Als Sie weg waren, hat er uns die ganze Geschichte erzählt. Man hat ihn vor die Wahl gestellt, seine Familie zu verlassen oder sie in Lebensgefahr zu bringen; ihm wurde damit gedroht, Sie alle aus dem Weg zu schaffen, wenn er sich nicht von Ihrer Mutter trennt, und um sie zu schützen, hat er beschlossen, selbst zu sterben.“
„Das ändert doch nichts. Er hätte die Stellung aufgeben können.“
„Natürlich. Aber um welchen Preis? Denken Sie, die hätten ihn gehen lassen, wenn er ihnen so viel wert war, dass sie dafür eine ganze Familie beseitigt hätten? Ich kann Ihnen nicht vorschreiben, was Sie über Ihren Vater denken, aber in meinen Augen war er immer ein wunderbarer Mann, der alles getan hat, um seine Teams zu schützen, sei es vor Gefahren auf Missionen oder vor den Angriffen des Pentagon. Er hat niemals auch nur einen von uns im Stich gelassen, und ich bin mir sicher, dass er auch seine Familie nie im Stich gelassen hätte, hätte er die Wahl gehabt.“
Der Major schwieg, denn sie wusste, dass Scully jetzt wahrscheinlich nicht darüber sprechen wollte, und schon gar nicht mit einer vollkommen Fremden. So blieb sie einfach neben ihr stehen und wartete, dass die andere etwas sagen würde. Als sie das nach einigen Minuten noch immer nicht tat beschloss Carter, die Frage zu stellen, die ihr die ganze Zeit über auf der Seele brannte: „Was wollten Sie denn hier, wenn Sie nicht erwarteten, Ihren Vater zu treffen?“ Scully, der nun inzwischen so ziemlich alles egal war, sah auf und antwortete: „Ich habe meinen Partner gesucht. Agent Mulder ist vor einigen Tagen hier eingedrungen weil er hoffte, Informationen über jemanden zu finden, der ihm sehr nahe steht, und man muss ihn erwischt haben.“
Carter lächelte. Der Colonel würde staunen, wenn er erfuhr, dass sie das Rätsel gelöst hatte, das ihm bereits mehrere schlaflose Nächte beschert hatte.
„Allerdings, den haben wir hier. Vorausgesetzt, er ist ein großer, gutaussehender Mann mit braunen Augen.“
Gegen ihren Willen breitete sich ein leichtes Lächeln auf Scullys Mundwinkeln aus. „Ja, das ist er.“
„Er hat von Ihnen gesprochen. Das heißt, wenn Sie die Frau sind, die er beinahe verloren hätte.“
Ein weiterer Schatten zog über Scullys Züge; sie nickte nur, und Carter spürte, dass sie damit ein weiteres Tabuthema ansprach.
„Er muss Ihnen einiges bedeuten, wenn Sie für ihn in einen Hochsicherheitsstützpunkt eindringen.“
„Was würden Sie mit einem Mann machen, der Sie am Tag Ihres sechsmonatigen Jubiläums versetzt?“
„Ich würde ihn umbringen.“
„Sehen Sie, und dazu musste ich ihn erst mal finden.“ Da sie nicht darüber reden würde, wie sehr Ahab sie verletzt hatte und wie durcheinander sie jetzt war, musste sie ihre Mauern wieder aufbauen, und das ging am besten mit Humor, der zwar noch etwas künstlich wirkte, was sich aber in den nächsten Minuten erfahrungsgemäß bessern würde.
Carter fiel noch etwas ein: „Sagen Sie mal, hat der General Sie vorhin Starbuck genannt?“
„Warum?“ Die Mauer war schon beinahe wieder errichtet; ihr Ton hörte sich schon gewohnt kühl an.
„Weil ich diesen Namen kenne.“
„Jeder, der Moby Dick gelesen hat, kennt ihn.“
„Nein, ich meine, er kommt mir bekannt vor. Ich kenne jemanden aus dem Physikforum im Internet, der ihn verwendet. Eine Frau, die mir bei der Lösung einiger Probleme geholfen hat, für die ich allein Tage gebraucht hätte.“
„Was?“ Scully wirkte plötzlich alarmiert. „Ihr Internetname ist nicht zufällig Major Mason?“
„Doch, warum?“ Im ersten Moment wirkte Carter verdutzt, dann erhellte sich Ihr Gesicht: „Sie sind Starbuck. Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. Ich dachte immer, es wäre eine hauptberufliche Forscherin, keine Bundesagentin mit einem Hang zur Physik.“
„Ich habe Physik studiert, aber da ich bei meiner Arbeit mit Mulder die meisten physikalischen Gesetze glatt vergessen kann, wollte ich meine Kenntnisse etwas auffrischen. Das waren also echte Probleme? Ich war immer der Meinung, jemand stellt sie ins Forum, um die Leute zu testen.“
„Einige schon, natürlich, aber ein paar waren echt und haben mir schlaflose Nächte bereitet. Die stelle ich dann dort hinein, um sicherzugehen, dass ich nicht zu einseitig an die Sache herangehe.“
„Was war denn beispielsweise echt?“
„Na, der Molekularbaustein, der in der Schwerelosigkeit...“
In dem Moment betrat O’Neill den Raum, gefolgt von...
„Mulder!“ Scully unterbrach Carters wissenschaftliche Ausführung sehr zur Erleichterung des Colonels, der schon mit einem längeren Vortrag gerechnet hatte, und eilte auf ihren Partner zu.
„Scully! Was zum Teufel tust du hier?“ Mulder ignorierte die beiden Offiziere und nahm sie in die Arme. Sie ließ es sich einen Moment lang gefallen, dann machte sie sich jedoch abrupt los und trat einen Schritt zurück.
„Was hätte ich denn tun sollen?“, fauchte sie. „Abwarten, bis man dich vor ein Militärgericht stellt, oder schlimmeres? Ich hoffe, du hast mehr von deiner Partnerin erwartet.“
Damit wandte sie sich wieder Carter zu, und die beiden Frauen vertieften sich erneut in ihr Gespräch über physikalische Rätsel und deren Lösungen.
O’Neill wandte sich an Mulder: „Das ist sie also? Nicht gerade erfreut, Sie wiederzusehen, was?“
Mulder zuckte verständnislos die Achseln. „Ich weiß nicht, was mit ihr los ist.“, entgegnete er leise.
„Ich schon.“, mischte sich Daniel ein, der hinter O’Neill den Raum betreten hatte. „Sie hat eben erst erfahren, dass ihr Vater, von dem sie glaubte, er sei tot, hier als unser General arbeitet. Das hat sie wahrscheinlich nicht so einfach weggesteckt.“ Der Colonel warf Jackson einen vernichtenden Blick zu, während Mulder blass wurde. Unter diesen Umständen war es kein Wunder, dass Scully nichts von ihm wissen wollte. Er wusste, wie sehr sie ihren Vater geliebt und wie stark sie unter seinem Tod gelitten hatte, und es musste die Hölle für sie sein, zu erfahren, dass der Held ihrer Kindheit sie und ihre Familie betrogen hatte. Und ich Idiot gehe in diesen verdammten Berg, ohne ihr etwas davon zu sagen. Jetzt muss sie doch denken, dass sie auch mir nicht mehr trauen kann.
Ohne zu zögern ging er zu den beiden Frauen und schob Carter zur Seite. „Scully, wir müssen reden.“
„Ich wüsste nicht, worüber. Nachdem der General weiß, dass man sich auf mein Wort verlassen kann, wird er uns sicher gehen lassen, und damit ist die Sache erledigt.“
„Aber dazu müssen Sie erstmal mit ihm sprechen.“, warf Carter ein. „Kommen Sie, wir gehen zu ihm und klären das.“ Damit schob sie die beiden Agenten aus dem Büro und in den nächsten Aufzug. O’Neill wollte ihnen folgen, aber der Major stellte ihm unauffällig ein Bein, sodass er es nicht zur Kabine schaffte, bevor die Tür zuging und die Agenten verschwunden waren. Als er sich umdrehte, um sich ärgerlich zu erkundigen, was das nun wieder sollte, sah er nur noch Carters Rücken, und dann war sie auch schon um die Ecke gebogen. Verärgert rannte O’Neill hinterher, nur um sie an einer der Hauptkonsolen einzuholen, wo sie ihm bereits mit einen triumphierenden Lächeln entgegensah. In diesem Moment ging der Alarm los.
Begreifen mischte sich in die verständnislosen Züge des Colonels. „Sie haben den Strom abgestellt?“, herrschte er Carter an. „Was zum Teufel sollte das?“
„Die zwei müssen miteinander reden, und zwar möglichst schnell. Sonst geht womöglich ihre Beziehung kaputt. Also habe ich dafür gesorgt, dass sie die Gelegenheit dazu haben.“, verteidigte sie sich mit einem Anflug von Trotz in ihren großen blauen Augen, und einen Moment später stahl sich ein Lächeln auf O’Neills Gesicht. „Sie sind unmöglich, Carter.“, rügte er.
„Ich weiß.“, gab sie schlicht zurück. „Kommen Sie, wir sagen dem General Bescheid, dass die beiden auf dem Weg zu ihm sind und mit einiger Verspätung ankommen werden.“
Sie drehte sich um und ging voran, gefolgt von O’Neill, der sie beeindruckt anstarrte. Er hätte schwören können, dass er einen Hauch von Feuchtigkeit in ihren blauen Augen gesehen hatte.

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Als sich die Aufzugtür hinter ihnen geschlossen hatte, lehnte sich Scully an die Wand, möglichst weit entfernt von Mulder. Sie wollte nicht in seiner Nähe sein und war erleichtert, dass sie jetzt nur noch ein Gespräch mit dem General – sie weigerte sich, an ihn als ihren Vater zu denken – von der Freiheit trennte und sie dann nach Hause und in ihr Bett konnte, wo sie sich endlich würde gehen lassen können. In dem Moment fühlte sie einen scharfen Ruck, der sie von den Füßen schleuderte. Der Aufzug schien ein Stück in die Tiefe zu fallen, um sich anschließend wieder zu fangen. Bevor Mulder, der mühsam das Gleichgewicht bewahrt hatte, ihr aufhelfen konnte, kam sie allein wieder auf die Beine.
„Nicht schon wieder!“, knurrte der Agent, und sie sah ihn fragend an. „Der Fahrstuhl ist stecken geblieben. So fing auch alles an. Ich bin mit diesem Colonel im Lift gefahren, als der plötzlich stecken blieb. Er hat mich ausgefragt, und kaum waren wir wieder draußen, da hat Major Carter meine Geschichte aufgedeckt. Die Ironie dabei war, dass sie für die Panne überhaupt erst verantwortlich war.“
Scully nickte nur, nahm seine Worte zur Kenntnis, reagierte aber nicht.
„Scully, bitte.“ Keine Reaktion.
„Verdammt, ich weiß, dass ich dir hätte sagen sollen, wo ich hingehe, aber ich wollte einfach nicht, dass du dir Sorgen machst. Du hättest mich nicht gehen lassen, weil es Wahnsinn war, und dann hätte ich dir ins Gesicht sagen müssen, dass ich trotzdem gehen werde. Wäre das besser gewesen?“
„Ich weiß es nicht.“ Mulder atmete auf. Wenigstens redete sie mit ihm.
„Ich weiß es nicht, weil du mich nicht gefragt hast. Verdammt, ich bin kein kleines Kind mehr, das man beschützen muss. Und genau das versuchst du die ganze Zeit. Ich bin nicht aus Glas, kapierst du das, Mulder? Ich gehe nicht kaputt, wenn man mir die Wahrheit sagt! Eine barmherzige Lüge, war es das, worum es dir ging? Lügen wir sie an, damit sie nicht aus ihrem goldenen Käfig heraus muss? Genau das hat mein Vater auch getan, und ich kann dir sagen, ich habe es verdammt satt! Und wenn du nicht in diesen verfluchten Berg gegangen wärst, hätte ich nie erfahren, dass er uns alle betrogen hat und könnte ruhig weiter in der Gewissheit leben, dass er tot ist und bei uns geblieben wäre, wenn er gekonnt hätte. Ich hätte niemals aus meiner kleinen Illusion aufwachen müssen! Ahab. Wäre. Noch. Tot!!“
Scullys Stimme war immer lauter geworden, bis sie den letzten Satz herausschrie. Erschüttert sah Mulder sie an. Er hatte immer geglaubt, sie zu kennen, aber jetzt sah er eine Seite an ihr, die ihm gänzlich neu war. Er hatte sie wütend gesehen, verzweifelt und traurig, aber noch nie alles auf einmal, und die Kraft ihrer Gefühle berührte ihn bis ins Innerste. Es gab nichts, was er hätte sagen können, denn er wusste, dass er teilweise auch Schuld an ihrem momentanen Zustand hatte. Sie hatte recht: Er hatte sie beschützen wollen, hatte nicht gewollt, dass sie sich Sorgen machte, aber vor allem hatte er nicht vor der Wahl stehen wollen, ob er auf sie hörte oder nicht. Deshalb hatte er nichts gesagt und war einfach verschwunden. Um ihr nicht weh zu tun hatte er genauso gehandelt wie ihr Vater. Und das hatte sie nur noch mehr verletzt.
„Scully, du hast recht.“ Mulder trat auf sie zu und zog sie in seine Arme. Als habe der Ausbruch ihre Kräfte erschöpft, ließ sie es geschehen und fiel schwer gegen seine Brust. Mulder hielt sie und strich über ihren Rücken. „Du hast recht, ich wollte nicht, dass du dir Sorgen machst. Aber der eigentliche Grund, warum ich dir nichts gesagt habe, ist der, dass ich feige war.“ Das erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie hob den Kopf und sah ihn aus Augen an, in denen ungeweinte Tränen schimmerten.
„Ja, ich war feige. Ich wusste, wenn ich dir sage, was ich vorhabe, würdest du alles tun, um mich davon abzuhalten. Du hättest mich gebeten, nicht zu gehen, und ich hätte mich entscheiden müssen. Ich hätte wählen müssen zwischen der Chance, eine Spur zu Samantha zu finden, und dir. Darauf wäre es hinausgelaufen: Wer ist mir wichtiger, du oder sie? Und vor dieser Wahl hatte ich Angst. Ich habe befürchtet, dich zu wählen und meine Schwester zu verraten. Denn genau das wäre passiert. Wenn du mich gebeten hättest, wäre ich nicht gegangen. Um das zu verhindern, musste ich es dir verschweigen. Das war mein Grund, und nicht, dass ich geglaubt hätte, du seist schwach oder bräuchtest meinen Schutz. Ich war derjenige, der schwach war, nicht du.“
Mulder schwieg. Es gab nichts mehr zu sagen, er hatte die Karten auf den Tisch gelegt; jetzt lag es bei ihr: Würde sie ihm glauben?
Die Tränen bahnten sich nun doch einen Weg über Scullys Wangen, sie konnte nicht das geringste dagegen tun. Sie schlang ihre Arme um Mulder, erwiderte endlich seine Umarmung und vergrub ihr tränennasses Gesicht an seiner Brust.
„Hör auf, dir die Schuld zu geben.“, bat sie mit durch den Stoff seines Hemdes gedämpfter Stimme. „Es ist nicht alles deine Schuld. Es war mein Vater, der mich betrogen hat, nicht du. Langsam sollte ich ja wissen, dass du losrennst, sobald du eine Spur zu Samantha witterst.“ Sie löste sich von ihm und wischte über ihr Gesicht, um die Tränen loszuwerden, bevor sie Mulder wieder ansah. „Bitte versprich mir, dass du nie wieder allein gehst. Wir sind Partner, und ich will mit dir gehen, auch wenn ich vielleicht nicht immer mit dem Weg einverstanden bin.“
Mulder erwiderte ihren Blick ernst. „Es wird verdammt schwer werden, das durchzuhalten; du weißt, dass ich es gewöhnt bin, meine eigenen Wege zu gehen und auf mich allein gestellt zu sein. Ich kann dir nicht versprechen, dass ich nicht manchmal den Versuch machen werde, allein loszustürmen, aber wenn ich merke, dass es soweit ist, sage ich dir Bescheid. Das verspreche ich dir.“ Scully nickte. Sie wusste, dass dies mehr war, als Mulder jemals einem Menschen versprochen hatte, und ihr war auch klar, was dieses Versprechen für ihn bedeutete. Einen größeren Vertrauensbeweis konnte er nicht geben, und sie war glücklich, diejenige zu sein, die ihn bekam. Der Kummer über Ahabs Verrat blieb, aber jetzt wusste sie, dass sie nicht allein damit war, und die Last, Mulder nicht trauen zu können, war auch von ihr genommen. Sie umarmte ihn kurz, bevor sie sich auf die Zehen stellte, um ihn zu küssen.
Erleichterung durchflutete Mulder, als er die Lippen seiner Scully endlich wieder spürte. Einen Moment lang hatte er befürchtet, alles ruiniert zu haben, und er nahm sich vor, nie wieder ohne sie zu gehen, wenn es das war, was sie wollte. Er legte einen Arm um ihre Taille und vergrub die andere Hand in ihrem Haar, um sie so dicht wie möglich an sich ziehen zu können. Die ganze Welt schien ihm plötzlich unwichtig und weit weg, wie immer, wenn er Scully in den Armen hielt.
Erst eine verzerrte Stimme aus der Gegensprechanlage holte das Paar wieder in die Realität zurück. „Alles okay bei Ihnen da drin?“, erkundigte sich Carter, wobei sie O’Neill einen vernichtenden Blick zuwarf, da dieser sich ein ziemlich anzügliches Wackeln mit den Brauen nicht verkneifen konnte und sie damit beinahe zum Lachen gebracht hätte.
„Ja, wir sind in Ordnung. Trotzdem wäre es nett, wenn Sie uns endlich hier rausholen.“, kam Scullys Antwort ein wenig atemlos. Carters Blick wurde regelrecht triumphierend. „Wir sind gleich soweit. Es gab einen kleinen Ausfall der Generatoren, die die Aufzüge versorgen. Keine Ahnung, was mit den Dingern los ist.“
O’Neill hob eine Braue, und Carter zuckte entschuldigend die Achseln. „Was hätte ich denn sonst sagen sollen?“, fragte sie mit Unschuldsmiene, nachdem sie die Leitung unterbrochen hatte. „Tut mir leid, Leute, aber ich wollte nicht, dass Sie im Streit den Berg verlassen, und darum musste ich Sie leider im Lift einsperren. Ich glaube nicht, dass das ratsam gewesen wäre.“ Dem Colonel blieb nichts anderes übrig, als ihr zuzustimmen. Er drehte sich um und wollte gerade in Richtung seines Büros gehen, wo er den Ausgang des sicher sehr persönlichen Gesprächs zwischen Hammond und seiner Tochter abwarten wollte, bevor er sich von den Agenten verabschiedete, aber Carter trat ihm in den Weg. „Ich glaube, Sie haben noch etwas, das Sie Agent Mulder zurückgeben sollten.“ O’Neills Blick war ein einziges Fragezeichen und mindestens genauso unschuldig wie ihre Miene eine Minute zuvor.
„Ich glaube, nach der Versöhnung wird er es dringend brauchen.“
„Na gut.“ Resigniert zog der Colonel eine kleine Schachtel aus der Tasche und legte sie in Carters ausgestreckte Hand. „Geben Sie’s ihm. Ich bring’s einfach nicht übers Herz; ich habe fast gehofft, ich könnte ihn behalten.“
„Wem hätten Sie ihn denn schenken wollen?“ warf Daniel mit einem Blick auf den schlichten Goldring ein, den Carter aus der Schachtel gezogen hatte, um ihn zum ersten Mal von Nahem zu betrachten.
„Das weiß ich doch noch nicht, aber immerhin hätte ich schon mal einen gehabt, wenn die passende Frau auftaucht. Außerdem war es meine Pflicht, den Gefangenen zu durchsuchen und eventuell gefährliche Gegenstände zu konfiszieren.“
„Er ist wunderschön.“, murmelte Carter ehrfürchtig. „Wirklich wunderschön. Aber für mich wäre er nichts; ich würde einen in Weißgold vorziehen.“ Daniel warf dem Colonel einen vielsagenden Blick zu, und dieser gab ein drohendes Knurren in Richtung des respektlosen Archäologen ab. Nichtsdestotrotz würde es ihm nun wesentlich leichter fallen, den Ring seinem rechtmäßigen Besitzer wiederzugeben...

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Nachdem sie einige Minuten reglos vor der geschlossenen Tür gestanden hatten, schüttelte Scully den Kopf. „Mulder, ich kann da nicht reingehen.“
„Doch, ich weiß, dass du das kannst. Wenn du ihm jetzt nicht gegenübertrittst, bekommst du wahrscheinlich nie wieder die Gelegenheit dazu, und ich bin mir sicher, dass du das irgendwann bereuen würdest. Du musst ja nicht mir ihm reden, wenn du nicht kannst.“ Er zögerte einen Moment, unsicher, ob er weitersprechen sollte. Dann fuhr er fort: „Ich kann auch mitkommen, wenn du möchtest.“
Erst schwieg Scully, dann nickte sie. „Das wäre mir wirklich lieber.“ Sie schob ihre Hand in Mulders und klopfte entschlossen an die Bürotür.
Auf Hammonds Aufforderung hin betrat sie den Raum, noch immer Mulders Hand haltend. Der General sah ihr mit einer Mischung aus Erwartung und Trauer entgegen und sagte dann: „Ich bin froh, dass du dich entschlossen hast, mich anzuhören. Es wäre schrecklich für mich, wenn du mich dafür hassen würdest, was ich getan habe, ohne meine Gründe zu kennen.“ Dann wandte er sich an Mulder: „Ich würde gern mit meiner Tochter allein sprechen, wenn es Ihnen nichts ausmacht.“
„Es macht mir etwas aus.“, antwortete Scully für ihren Partner. „Mulder ist der wichtigste Mensch in meinem Leben, und ich will das hier nicht ohne ihn tun. Ich weiß nicht einmal, ob ich es könnte.“, wiederholte sie Mulders Worte, die er vor einer Ewigkeit – jedenfalls kam es ihr so vor – in einem dunklen Flur an sie gerichtet hatte. Dann, als sei es ihr eben erst eingefallen: „Aber das kannst du natürlich nicht wissen.“ Der General zuckte kaum merklich zusammen, als er die Spitze hinter ihren Worten erkannte, und nickte dann. „In Ordnung. Wenn es dir so wichtig ist, soll er meinetwegen bleiben.“ Er deutete auf die Sitzgruppe, die in einer Ecke seines Büros stand, und seine Tochter, die ihm in diesem Moment wie eine vollkommen Fremde vorkam, setzte sich wortlos, gefolgt von ihrem Partner, der ihre Hand noch immer nicht losließ. Hammond selbst nahm den beiden gegenüber Platz. Nach ein paar Minuten unbehaglichen Schweigens begann er: „Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll. Wahrscheinlich hasst du mich jetzt, und glaub mir, das kann ich verstehen. Es gibt Momente, da hasse ich mich selbst, aber dann denke ich wieder daran, warum ich mich so entschieden habe: Man hat mich vor die Wahl gestellt, deine Mutter zu verlassen und aus eurem Leben zu verschwinden oder zuzusehen, wie sie euch beiseite schaffen. Ich war ihnen viel zu wichtig geworden, als dass sie mich hätten gehen lassen, und weil ich es weder deiner Mutter noch euch Kindern antun konnte, euch ohne Grund zu verlassen, habe ich mich entschlossen, zu sterben. Ich dachte mir, das wäre für euch alle leichter zu ertragen als wenn ich euch verlassen hätte, ohne einen Grund nennen zu können. Du musst mir glauben, dass ich euch alle immer geliebt habe. Ich liebe euch noch immer, und es ist das schlimmste für mich, euch nicht sehen zu können.“
„Und weil du uns so sehr liebst, hast du uns alle angelogen. Wir haben um dich getrauert; Mom tut es noch immer. Der Gedanke, dass du die ganze Zeit hier gesessen und sie getäuscht hast, macht mich krank.“ Scully hatte so leise gesprochen, dass selbst Mulder, der direkt neben ihr saß, Mühe hatte, sie zu verstehen. Trotzdem hatte ihr Vater offenbar genau verstanden, was sie meinte.
„Dana, ich wollte euch nicht anlügen. Aber um euch zu schützen, hatte ich keine Wahl. Ich verstehe, dass es dir wie Verrat vorkommen muss, aber das war es nicht.“
„Ich habe während der letzten Jahre genug Verrat erlebt um einen zu erkennen, wenn ich ihn sehe. Ich weiß nicht, ob ich dir das jemals verzeihen kann, aber besonders schlimm finde ich, was du Mom angetan hast. Sie liebt dich noch immer, das solltest du wissen. Wie soll ich ihr jemals wieder entgegentreten mit dem, was ich jetzt weiß? Was soll ich sagen, wenn sie mir erzählt, wie sehr ihr einander immer vertraut habt? Du hast nicht nur ihr wehgetan, sondern auch mir. Sogar Mulder hast du betrogen: Ich war bereit, an das Unglaubliche zu glauben, daran, dass ich im Moment deines Todes eine Vision hatte. Was soll ich jetzt glauben? Mulder weiß, was ich dadurch durchgemacht habe, bis ich mir selbst eingestehen konnte, was ich gesehen hatte, und nun war es auch nur eine weitere Lüge.“ Sie spürte, wie Mulder ihre Hand leicht drückte, und erwiderte die Geste. „Major Carter hat mir gesagt, du seist in ihren Augen ein Mensch, der niemanden im Stich lässt. Ich weiß es besser, und ich bin froh, dass ich diejenige bin, die es erfahren hat, und nicht Mom.“ Damit ließ sie Mulders Hand los und stand auf. „Ich werde jetzt gehen.“ Sie verließ den Raum; Mulder wollte ihr folgen, aber der General hielt ihn zurück. „Bleiben Sie noch einen Moment.“, bat er, und Mulder setzte sich zögernd wieder hin.
„Ich weiß, dass das alles sehr schwer für Dana ist, und ich bin froh, dass Sie da sind, um ihr beizustehen. Wir haben uns niemals wirklich kennengelernt, aber sie hat ihrer Mutter und mir sehr viel von Ihnen erzählt. Ich hatte immer das Gefühl, dass Sie ihr guttun. Natürlich macht es mich traurig, dass sie mich nicht verstehen kann, aber das habe ich auch nicht erwartet. Wie könnte sie auch?“
„Ich bin sicher, dass sie es tun wird, wenn sie Zeit hatte, sich über ihre Gefühle klar zu werden. Scully liebt Sie, das weiß ich, und nichts wird das ändern können. Vielleicht wird sie Sie nicht mehr so sehr verehren wie früher, und ihre Bewunderung könnte auch kleiner geworden sein, aber nicht ihre Liebe. Sie wird heilen.“
Die Augen des älteren Mannes nahmen einen feuchten Schimmer an. „Gott, das hoffe ich. Nur werde ich nicht dasein, um ihre Heilung zu sehen. Ich weiß, dass ich nicht mehr das Recht habe, Ihnen das zu sagen, aber ich wünsche mir, dass Sie für Dana da sind, wenn sie heilt, wenn sie beginnt zu verzeihen, falls sie das kann. Machen Sie mein kleines Mädchen glücklich.“
„Das werde ich, weil ich sie liebe, Sir.“, erwiderte Mulder ernst und stand auf. „Ich sollte besser nach ihr sehen.“ Hammond nickte und begleitete ihn zur Tür. „Danke.“, sagte er noch und sah dann dem Mann hinterher, der den wichtigsten Platz im Herzen seiner geliebten Tochter eingenommen hatte. Er selbst würde dort nie mehr derselbe sein, und diese Gewissheit machte ihn traurig. Er würde nicht dabei sein, wenn sie diesen Mann heiratete – und dass das eines Tages geschehen würde, dessen war er sich sicher – und mit ihm eine Familie gründete. Es war ein schwerer Verlust, den er zu tragen hatte, seit er sich entschieden hatte, seine Familie zu verlassen, aber er musste damit leben, und solange sie dadurch sicher waren, lohnte es sich. Wenigstens war er in ihren Augen kein Verräter geworden, und sie konnten ihn in liebevoller Erinnerung behalten. William Scully schämte sich, seiner jüngsten Tochter diese Möglichkeit genommen zu haben. Aber er hatte den Preis gezahlt. Sie würde irgendwann glücklich werden, und er hatte die Chance verwirkt, daran teilzuhaben. Mit einem schweren Seufzer schloss er die Bürotür, bevor er sich auf seinen Stuhl fallen ließ und das Gesicht in den Händen vergrub. Tief in seinem Innern wusste er nun endlich, warum ihm SG-1 so am Herzen lag. Das Team war ihm in Ermangelung seiner eigenen zu einer Familie geworden, sie waren seine Söhne und seine Tochter. Manchmal erinnerte ihn Sam Carter sogar an seine wirklichen Töchter. Sie hatte die gleiche tiefe, unbestechliche Intelligenz und Ehrlichkeit wie Dana und den Ungestüm, den er in Melissa gesehen hatte. Aber auch diese Erkenntnis, die er in all seinen Jahren in dieser Einrichtung vergeblich gesucht hatte, brachte dem einsamen Mann heute Nacht keine Linderung für seinen Schmerz.

**********

Es würde hart werden, und sie wusste es, aber sie musste es tun. Dana Scully betrat das Büro des Mannes, der sie hergebracht hatte, aus einer Eingebung heraus. Irgendwie ahnte sie, dass sie ihn hier finden würde. Tatsächlich. Daniel Jackson saß an seinem Schreibtisch und las in einem Bericht. Scully trat ein, und der Archäologe sah auf.
„Ach, Sie sind’s. Ich dachte, Jack wäre zurück. Wollen Sie mich wieder niederschlagen?“
Trotz des Ernstes seiner Worte lächelte er. Scully schüttelte den Kopf.
„Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen. Ich habe Sie ausgenutzt, um auf den Stützpunkt zu kommen. Sie müssen mir glauben, das ist sonst wirklich nicht meine Art, und ich fühle mich schrecklich, weil ich Sie niedergeschlagen habe.“
Daniel schüttelte den Kopf. „Schon gut. Ich habe schon härtere Schläge überlebt.“ Nur gut, dass sie kein Goa’uld ist. „Außerdem kann ich Sie verstehen. Wissen Sie, ich habe vor einiger Zeit meine Frau verloren, und als man sie mir weggenommen hat, hätte ich alles getan, um sie zu finden. Ich hätte dasselbe getan, wenn ich die Möglichkeit gesehen hätte, Sha’ree wiederzubekommen.“
„Trotzdem tut es mir leid. Wahrscheinlich hätte ich nicht so ein schlechtes Gewissen, wenn Sie nicht so freundlich zu mir gewesen wären. In meinem Beruf kommt es schon mal vor, dass man Menschen täuschen muss, aber bei Ihnen tat es mir leid.“
„Wirklich, es ist okay. Ich bin froh, dass Sie Ihren Freund wiedergefunden haben, und wenn mein Kopf herhalten musste, um Sie beide wieder zu vereinen, dann war es das Opfer wert.“ Er wechselte das Thema: „Was werden Sie jetzt tun?“
„Wahrscheinlich verschwinden wir hier in der nächsten halben Stunde. Wenn ich mich nicht bei meinen Kontaktmännern melde, könnte es hier einige ziemlich unerfreuliche Szenen geben. Außerdem möchte ich nicht länger als unbedingt nötig hierbleiben.“
„Verstehe. Haben Sie nochmal mit dem General gesprochen?“
„Ja. Aber das ändert nichts.“ Sie klang, als wolle sie nicht darüber sprechen, und so ließ Daniel das Thema fallen und sprach das an, was ihn während der letzten Stunde beschäftigt hatte: „Sie haben wirklich eine Menge Ahnung von Archäologie.“
„Nein, das schien nur so. Ein Freund hat mir einen Schnellkurs gegeben. Außerdem war ich bereits an mehreren Ausgrabungsstätten, beispielsweise auf Yucatan und auch in Afrika, wo wir Ermittlungen angestellt haben. Das hat sehr geholfen.“
„Sie haben mich getäuscht, und ich bilde mir ein, einiges zu wissen.“
„Ich bin sicher, Sie sind ein wirklicher Experte.“ Scully lächelte. „Manchmal arbeite ich als forensische Pathologin; das ist ein wenig wie Archäologie. Zumindest, wenn die Leichen, die ich untersuche, schon ein paar Monate alt sind.“ Daniel verzog angewidert das Gesicht. „Da lob ich mir richtige Ausgrabungen; die Leichen, die man dabei findet, sind schon weit über die stinkende Phase hinaus.“
In dem Moment steckte Mulder den Kopf zur Tür herein. „Tut mir leid, wenn ich störe, aber wir sollten langsam gehen. Die Nacht ist bald vorbei, und wenn uns hier zu viele Leute sehen, könnte es Komplikationen geben.“
Scully nickte und verabschiedete sich von Daniel. Dieser bemerkte noch: „Schade, dass Sie Teal’C nicht kennengelernt haben. Ich bin sicher, er hätte Ihnen gefallen.“
„Vergessen Sie’s, Daniel.“ Carter war unbemerkt hereingekommen. „Wenn ich sie aus dem Forum einigermaßen richtig einschätze, würde sie gar nicht an ihn glauben. Agent Scully ist eine bodenständige Realistin.“
„Dem kann ich nur zustimmen.“, erwiderte Mulder und griff wieder nach Scullys Hand, um sie aus dem Büro zu führen. Carter schloss sich ihnen an, und auf dem Korridor trafen sie auch noch O’Neill. „Ich begleite Sie raus. Nicht, dass unser übereifriger Posten Sie jetzt noch erschießt.“
Sie kamen an den Aufzug, und O’Neill griff nach Carters Arm. „Diesmal kommen Sie mit. Es ist mir zu riskant, in das Ding zu steigen, wenn Sie draußen sind.“ Sie warf ihm einen unschuldigen Blick zu, folgte ihm und den Agenten jedoch ohne Widerrede. Auf dem Weg nach oben bemerkte Carter, sie habe sich wirklich gefreut, ihre Chatbekanntschaft endlich persönlich getroffen zu haben. „Ich finde, wir sollten unsere Mailadressen austauschen; dann kann ich Sie direkt fragen, wenn ich wieder mal ein Problem habe, das eine andere Sichtweise verlangt.“ Scully nickte, und O’Neill verdrehte die Augen. „Nicht genug, dass Sie unsereins die ganze Zeit mit Ihren Theorien nerven; jetzt verbreiten Sie die auch noch übers Internet. Na ja, wenigstens laufe ich dort nicht Gefahr, darüber zu stolpern.“ Carter lächelte strahlend. „Sir, ich wusste nicht, dass ich Sie damit nerve. Ich war immer der Meinung, dass Sie es mögen, wenn ich Ihnen etwas erkläre.“
„Regel No. 1, Carter: Wenn ich jemandem etwas erkläre, ist er hinterher klüger und kommt sich nicht wie ein kompletter Idiot vor. Aber davon einmal abgesehen, ja, ich mag es, wenn Sie mir etwas erklären.“
Niemand kam dazu, etwas zu erwidern, denn der Aufzug hielt auf der obersten Ebene der Basis, und sie stiegen aus. Carter und O’Neill begleiteten die Agenten nach draußen, wo die Frauen sich noch einmal in eine intensive wissenschaftliche Diskussion vertieften und sich anscheinend gar nicht voneinander trennen konnten. O’Neill nutzte die Zeit, Mulder unauffällig den Ring zurückzugeben. „Viel Glück.“, wünschte er, als der andere das kleine Kästchen in seine Tasche steckte. Mulder lächelte. „Das wünsche ich Ihnen auch. Warten Sie nicht zu lange.“ Inzwischen hatten sich auch Scully und Carter verabschiedet, und die Agenten gingen in Richtung Wald davon, wo Mulders Wagen noch immer gut versteckt warten musste, da ihn inzwischen niemand von der Basis gefunden hatte.
Die beiden Offiziere sahen ihnen nach, und der Colonel bemerkte versonnen: „Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet, Major. Die halbe Stunde im Aufzug hat ihnen beiden gutgetan. Ich muss zugeben, ich hätte niemals gedacht, dass Sie so gut darin sind, Leute zu verkuppeln.“
Carter sah auf ihre Schuhspitzen. „Ach, wissen Sie, Sir, manchmal wünschte ich mir, jemand würde es mir leichter machen und mich verkuppeln. Eigentlich habe ich nur das getan, von dem ich mir wünsche, dass es mal jemand für mich tut.“
„Vielleicht sollte ich mal mit Daniel reden.“, murmelte O’Neill, bevor sie zusammen wieder zur Basis gingen und im Lift nach unten fuhren. Sie waren gerade dabei, Mutmaßungen über den Ausgang von Teal’Cs ersten Zahnarztbesuch anzustellen, der ihnen heute Mittag bevorstand, als plötzlich...
„Carter, was zum Teufel ist das jetzt schon wieder?“
„Tut mir leid, Sir, ich habe keine Ahnung. Diesmal habe ich wirklich nichts gemacht. Wie könnte ich auch von hier aus?“
„Na wunderbar.“, knurrte O’Neill. „Mit Ihnen hier drin und einer Panne da draußen kann es Stunden dauern, bis die den Lift wieder in Gang kriegen. Wir können es uns also genauso gut gemütlich machen.“



Fin
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